Liebe Leserin, Lieber Leser,
die Augen der Börsianer richten sich derzeit voll auf Südkorea, wo die Aktien der Chiphersteller ordentlich unter Druck geraten sind. Doch auch in Sachen Wasserstoff gibt es in Fernost Bewegung zu erkennen. Dies allerdings nicht in einer Art und Weise, wie sie von manchem Anleger vielleicht erwünscht wäre. Denn bei Förderungen für Wasserstoff-Autos scheint in Seoul eine Rolle rückwärts in Vorbereitung zu sein.
Laut einem Bericht von „electrive.net“ denkt die südkoreanische Regierung wohl darüber nach, Fördergelder umzuwidmen, die ursprünglich für Wasserstoffautos und Wasserstofftankstellen gedacht werden. Genutzt werden sollen sie wohl stattdessen, um Förderprogramme für E-Autos weiterzuführen. Dort ist das Interesse derart groß, dass der Top ansonsten schon im August leer sein könnte.
Muss Hyundai umdenken?
Beschlossene Sache ist das Ganze noch nicht, denn das Ganze muss zwischen Bund und Kommunen ausgehandelt werden, welche die Kosten für die Prämie von umgerechnet bis zu 3.300 Euro unter sich aufteilen. Sollte man sich einig werden, würden aber wohl Mittel für Wasserstofftankstellen wegfallen. Das könnte den Ausbau noch weiter ausbremsen und Hersteller wie Hyundai zu einem Umdenken zwingen.
Schon jetzt ist die geringe Verfügbarkeit von Wasserstofftankstellen ein echtes Hindernis für größere Erfolge der Technologie. Wozu das führen kann, zeigt ein Beispiel aus Wittstock, über welches die „Märkische Allgemeine“ berichtet. Jürgen Mendel galt dort als Pionier, der schon frühzeitig einen wasserstoffbetrieben Hyundai fuhr. Jenen hat er mittlerweile aber wieder verkauft und sich stattdessen einen Plug-in-Hybriden geleistet. Das Problem als einziger Fahrer eines Wasserstoff-Vehikels lag vor allem darin, dass weit und breit keine entsprechenden Tankstellen vorhanden waren. Für Skeptiker erhärtet sich damit vielleicht der Verdacht, dass Hyundai sich eher auf andere Dinge konzentrieren sollte, gerade in Zeiten einer Branchenkrise, welche den Aktienkurs nicht unangetastet ließ.
Hyundai Motor Aktie Chart
Nel ASA im Verfall
Indirekt sind solche Meldungen auch für andere Wasserstoff-Player nicht gerade angenehm. Zwar würde ein Umwidmung in Südkorea nicht bedeuten, dass es überhaupt keine Förderung mehr geben würde. Doch bleibt Wasserstoff mit solchen Entscheidungen noch etwas mehr in der Nische. Das raubt vielleicht auch dem einen oder anderen Anteilseigner von Nel ASA die Zuversicht. Dort steht der Kurs weiter unter Druck und das angeschlagene Marktsentiment macht die Sache nicht besser.
Der Kursverfall setzt sich weiter fort mit Abschlägen von 2,5 Prozent im frühen Handel am Mittwoch. Der Aktienkurs ging dadurch auf noch 0,215 Euro zurück. Es geht Schritt für Schritt in Richtung 0,20 Euro und darunter wartet nichts anderes als der charttechnische Abgrund. Wie gehabt bleibt die maue Auftragslage der größte Knackpunkt.
SFC Energy kann nicht profitieren
Die aktuellen Korrekturen an der Börse konzentrieren sich auf den Chip- und KI-Bereich. Wer darauf hofft, dass es die Bullen nun wieder mehr in Richtung Rüstung treiben wurde, dürfte eher enttäuscht sein. Auch dort entwickeln sich die Kurse etwas behäbig, sodass SFC Energy ebenfalls keinen neuen Antrieb findet. Der Brennstoffzellenhersteller konzentriert sich verstärkt auf den Bereich Verteidigung, was zeitweise auch für gute Stimmung sorgte. Die Luft scheint aber erst einmal raus zu sein. Heute Morgen ging es um über drei Prozent auf (immer noch beachtliche) 21,15 Euro zurück.
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