Wasserstoff-Aktien: FERC katapultiert Bloom Energy in die Höhe, Ballard Power freut sich immerhin über etwas Support und Nel ASA schwächelt trotz höhe...

Ein neuerlicher Beschluss der US-Energieaufsicht FERC sorgt für frische Fantasien bei Bloom Energy, wohingegen die Märkte sich bei anderen Wasserstoff-Aktien noch zurückhalten.

Auf einen Blick:
  • Die FERC macht den Weg frei für einen beschleunigten Netzanschluss von KI-Rechenzentren.
  • Die Bloom Energy-Aktie reagierte darauf mit einem neuen Kurssprung.
  • Anderswo bleibt die Stimmung eher müde.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

schon seit Längerem sorgt der KI-Boom auch in Sachen Wasserstoff für einige neue Fantasien an den Börsen. Der enorme Energiebedarf der Rechenzentren ist mit bisherigen Ansätzen schlicht nicht zu stemmen. Der Anschluss an öffentliche Netze kann beim Tempo mit den Investitionen der Tech-Giganten nicht mithalten. Einen mehr oder minder eleganten Ausweg bieten Brennstoffzellen, wie sie etwa Bloom Energy bietet. Die US-Energieaufsicht hat nun auch den Weg dafür freigemacht, dass solche in Zukunft schneller zum Einsatz kommen können.

Neue Regeln erlauben einen beschleunigsten Netzanschluss für Großverbraucher, was in der Praxis nahezu exklusiv Rechenzentren meinen dürfte. Das ist besonders interessant für all jene Unternehmen, die bereits entsprechende Verträge vorweisen können und damit über Absichtserklärungen und Verhandlungen bereits hinaus sind. Genau das trifft schon seit Längerem auf Bloom Energy zu.

Bloom Energy dreht auf

Die Aktie des US-Konzern profitierte am stärksten von der vielbeachteten Neuigkeit. Am Donnerstag trieb es den Kurs um über 15 Prozent in die Höhe. Zeitweise konnte bei 329,51 US-Dollar ein neues Allzeit-Hoch erreicht werden, obschon Analysten das Papier schon zuvor für hoffnungslos überbewertet hielten. Doch nun scheint die Zukunft heller denn je zu erstrahlen.

Bloom Energy Aktie Chart

Bloom Energy profitiert schwer davon, Lösungen für einen dauerhaften Betrieb liefern zu können, welche in vielen Fällen auch noch mit Erdgas befeuert werden können. In der Regel gibt es dabei lediglich die Option, Brennstoffzellen auch mit Wasserstoff zu betreiben. Das dürfte für den 24/7-Betrieb großer Rechenzentren allerdings etwas kostspielig sein. Ob sich die jüngste Entwicklung daher tatsächlich als Fortschritt für Wasserstoff bezeichnen lässt, darüber lässt sich streiten. Die Anleger freut es aber allemal.

Ballard Power wieder stärker

Auch Ballard Power liefert Brennstoffzellen für Rechenzentren, allerdings mit einem etwas anderen Fokus. Die PEM-Systeme setzen auf reinen Wasserstoff und kommen hauptsächlich als Notstromaggregate zum Einsatz, also um vorübergehende Ausfälle abfedern zu können. Profitieren kann das kanadische Unternehmen zwar prinzipiell dennoch vom FERC-Entscheid, da dadurch schneller neue Rechenzentren mit einem Bedarf für Notstrom-Lösungen entstehen könnten. Die Chancen sind aber freilich abstrakter als im Falle von Bloom Energy

Dementsprechend fiel die Reaktion der Anteilseigner auch verhaltener aus; die Ballard Power-Aktie konnte am Donnerstag um respektable, aber nicht sensationelle 5,1 Prozent auf 4,37 Dollar zulegen. Die Korrektur im Chart nach den Höchstständen von Anfang Juni ist nicht zu übersehen. Bei Ballard Power stehen letztlich noch andere Dinge als KI-Rechenzentren im Vordergrund, und dort gab es in den letzten Tagen leider keine marktbewegenden Neuigkeiten.

Prestigegewinn für Nel ASA

Die vielleicht bedeutendste Meldung heute Morgen war vielleicht, dass Nel ASA in den Euronext Tech Leaders Index aufgenommen wurde. Das Unternehmen findet sich dort zwischen insgesamt 113 Unternehmen aus Bereichen wie Verteidigung, Biotech und Tech. Das klingt durchaus interessant und Euronext will damit die Sichtbarkeit der Wasserstoff-Aktie merklich erhöhen. Zumindest kurzfristig scheint das aber nicht die Kauflaune anzuheizen. Der Aktienkurs der Norweger pendelte sich heute Mittag bei 0,223 Euro ein und die jüngste Rallye ist damit fast schon wieder in Vergessenheit geraten. Fehlende Auftragseingänge stehen dem endgültigen Durchbruch in höhere Kursgefilde wohl noch immer im Weg.

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