Liebe Leserin, Lieber Leser,
einmal mehr machen sich vage Hoffnungen breit, dass im Irankrieg doch noch eine friedliche Lösung gefunden werden könnte. Aussagen von US-Präsident Donald Trump dazu sind zwar wahrscheinlich nicht allzu viel wert. Insider wollen aber in Erfahrung gebracht haben, dass die beiden Konfliktparteien sich durchaus näher gekommen wären. Medienberichten zufolge wird nun mit einer Einigung zu Beginn des G7-Gipfels in der kommenden Woche erwartet.
Dadurch bedingt geben die Ölpreise weiter nach. Im Falle von Brent ging es heute bis zum Nachmittag um 1,9 Prozent auf noch 87,43 US-Dollar je Barrel abwärts. Im Monatsvergleich zeigt sich ein Abschlag von 14,2 Prozent. Was die Menschen an der Zapfsäule freut, könnte aber im Falle von Wasserstoff-Aktien laufende Korrekturen vielleicht noch weiter anheizen.
Nel ASA in der Kostenfalle
Denn je günstiger Öl und Gas sind, desto größer ist auch der Unterschied zum grünen Wasserstoff. Hohe Ölpreise spielten bei der Rallye von Wasserstoff-Aktien durchaus eine Rolle, wenngleich andere Faktoren mehr in Vordergrund standen. Im Zuge der nun schon seit einigen Tagen laufenden Korrektur sorgt das Ganze aber für zusätzlichen Verkaufsdruck. Das macht sich auch bei Nel ASA bemerkbar, wo der Aktienkurs heute um weitere 2,7 Prozent bis auf 0,236 Euro am Nachmittag zurückfiel. Auf Wochensicht ging es um 22,9 Prozent abwärts.
Nel ASA Aktie Chart
Es scheint die Anteilseigner auch nicht zu trösten, dass Nel aktiv daran arbeitet, die Kosten für Wasserstoff zu senken. Eine neue Generation von Elektrolyseuren soll dazu einen großen Teil beitragen. Doch die Euphorie ist verflogen und langsam wäre es an der Zeit, auch passende Aufträge zu präsentieren. In der Theorie ist die neue Technologie hochinteressant, in der Praxis scheint sie aber noch nicht angekommen zu sein.
Plug Power im Sinkflug
Auch bei Plug Power macht sich einer erhöhte Skepsis bemerkbar. Die Aktie des US-Konzerns segelte im Wochenvergeich um 21,4 Prozent in Richtung Süden und gab am gestrigen Donnerstag um weitere 1,1 Prozent bis auf 2,83 US-Dollar nach. Das ist noch immer deutlich mehr als vor einigen Monaten. Dennoch scheint die Luft ein wenig raus zu sein und es fehlt an Argumenten für Folgekäufe.
Stattdessen sorgen Zinssorgen dafür, dass die Vorbehalte wieder größer werden. Die EU hat bereits die Zinswende eingeleitet, was Plug Power eher weniger interessiert. Doch nach starken Arbeitsmarktdaten aus den USA werden sie Sorgen größer, dass die Fed dem Beispiel folgen könnte. Im ungünstigsten Fall steigen die Kapitalkosten dann und Plug Power könnte zu neuerlichen Kapitalmaßnahmen gezwungen werden.
ITM Power im Leerlauf
Anhaltende Korrekturen bei ITM Power könnten auch damit zu tun haben, dass es schon seit einer Weile keine Neuigkeiten mehr zu hören gab. Neue Aufträge und Subventionen wurden bereits verdaut und mangels weiterer Sensationen nehmen die Anteilseigner nun erst einmal Gewinne mit. Was auch immer der Grund sein mag: im Chart droht die Korrektur sich zu verselbständigen. Heute Morgen ging es um weitere 4,4 Prozent auf noch 1,42 Euro abwärts. Im Wochenvergleich sind Verluste von 28,4 Prozent zu beklagen. Die insgesamt recht ähnlichen Kurven der Wasserstoff-Aktien verraten, dass Anleger es mit einem allgemeinen Stimmungstief und weniger mit Problemen bei den spezifischen Akteuren aus dem Segment zu tun haben.
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