Wasserstoff-Aktien: Evonik will Kosten senken, Nel ASA lässt Aufträge vermissen und bei Plug Power wird gezittert!

Mit einer neuen Membran will Evonik die Kosten für grünen Wasserstoff deutlich senken, kann damit an der Börse aber keine Euphorie auslösen.

Auf einen Blick:
  • Evonik beginnt mit der Fertigung einer neuen Spezialmembran.
  • Damit sollen die Kosten für grünen Wasserstoff deutlich sinken.
  • Ähnliche Versprechen machte auch Nel ASA.
  • An der Börse herrscht allerdings momentan nur noch wenig Vorfreude.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

das Potenzial von Wasserstoff ist enorm, doch vor allem in seiner grünen Variante ist er in der Breite noch immer nicht richtig angekommen. Das größte Problem sind dabei nach wie vor die Kosten. Für die meisten, wenn nicht alle Unternehmen ist es aktuell schlicht günstiger, ihren Energiebedarf anderweitig zu decken. Investitionen in Wasserstoff sind da gegenüber den Aktionären oftmals schwer vermittelbar.

Es tut sich aber etwas in Sachen Kosten. Laut einer Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur nahm der Chemiekonzern Evonik mittlerweile die Fertigung einer neuen Spezialmembran auf. Jene soll in Zukunft bei der AEM-Elektrolyse zum Einsatz kommen. Versprochen wird ein Verfahren, dass ohne Edelmetalle auskommt und noch dazu Wasserstoff unter Druck erzeugen kann. Dadurch sollen zusätzliche Kompressionsschritte entfallen, was natürlich auch die Kosten drücken kann.

Evonik macht große Versprechen

Das Unternehmen verweist auf Fachstudien, welche ein Einsparpotenzial von „mindestens 25 Prozent“ bei den Investitionskosten nachweisen sollen. Das wäre tatsächlich eine Menge und es könnte einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, die Investitionslust im Segment endlich wieder etwas anzukurbeln. Ob allerdings in der Praxis tatsächlich derartige Einsparungen erreicht werden können, das muss sich erst noch zeigen.

Die Anteilseigner jedenfalls rechnen nicht direkt mit einem Ansturm und blicken stattdessen auf einen nach wie vor angeschlagenen Chemiesektor. Wasserstoff-Fantasien scheinen dem nicht ausreichend entgegenwirken zu können. Die Evonik-Aktie musste am Mittwoch bis zum Nachmittag Kursverluste von 1,6 Prozent hinnehmen und der Kurs landete zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels bei eher müden 15,25 Euro.

Evonik Aktie Chart

Nel ASA: De fehlt doch noch was

Bereits im vergangenen Monat brachte Nel ASA seine neue Generation von Elektrolyseuren auf den Markt und machte dabei sogar noch vollmundigere Versprechen. Die Kosten für PEM-Elektrolyseure sollten mit der neuen Technologie um 40 bis 60 Prozent fallen. Daran halten die Norweger auch weiterhin fest und es gibt erstmal auch keinen Grund, diese Angaben in Zweifel zu ziehen.

Sie nützen den Aktionären aber nur wenig, wenn entsprechende Aufträge fehlen. Davon fehlt nun schon seit Wochen jede Spur. Das kann daran liegen, dass Nel darüber schlicht noch nicht öffentlich sprechen will. Die Börsianer kommen aber nicht umhin, auch ein Szenario durchzuspielen, in dem die Nachfrage eher verhalten ausfällt. Genau das reicht aus, um der Erholung einen Dämpfer zu verpassen. Nach weiteren Abschlägen von 4,6 Prozent ging es heute Morgen bis auf 0,24 Euro zurück. Auf 5-Tages-Sicht hat der Kurs sich um mehr als 20 Prozent verschlechtert.

Plug Power und die Ungewissheit

Rapide in Richtung Süden ging es zuletzt auch bei Plug Power. Am Dienstag stürzte der Kurs mit Abschlägen von 8,8 Prozent wieder unter die Marke von 3 US-Dollar. 2,91 Dollar standen zu Handelsschluss auf der Anzeigetafel und heute geht es vorbörslich weiter in den roten Bereich. Das hat mit einer gedrückten Stimmung zu tun, die zu Gewinnmitnahmen einlädt. Etwas unsicher dürften die Anleger aber auch auf bevorstehende Inflationsdaten blicken, welche Überlegungen um steigende Zinsen Futter geben könnten. Außerdem steht heute die Hauptversammlung an, wovon die Aktionäre sich ebenfalls nicht allzu viel Gutes zu erhoffen scheinen. Die Erholung im Segment ist noch nicht vollständig in Vergessenheit geraten. Doch die Nerven der Markakteure sind sichtlich angespannt.

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