Liebe Leserin, Lieber Leser,
manch einer kann schon mal ins Zweifeln darüber kommen, ob Wasserstoff der Durchbruch im großen Stil noch gelingen mag. Das betrifft insbesondere Wasserstoff-Autos. Einst lag die Hoffnung darauf, dass solche die Vorteile von Verbrennern und Elektrofahrzeugen in sich vereinen könnten. E-Autos haben aber bei Reichweite und Ladetechnologie derart zugelegt, dass davon nicht mehr viel zu hören ist.
Dessen ungeachtet hält BMW an seinen Plänen für ein Wasserstoff-Auto in Serie fest. Am Dienstag konnte nun bestaunt werden, wie das Vehikel am Ende aussehen mag. In den USA stellte der Autobauer seinen neuen X5 vor, der als Teil der „Neuen Klasse“ in den kommenden Monat an den Start geht. Kunden haben dabei die Wahl aus zunächst vier Antriebsarten in Form von Benzin, Diesel, batterieelektrisch und Plug-in-Hybrid.
BMW lässt sich mit dem Wasserstoff-Auto noch Zeit
Angekündigt wurde das Gefährt allerdings mit fünf Antriebsarten. Ab 2028 soll der X5 mit Wasserstoffantrieb in Serie produziert werden. Passend dazu nannte der Hersteller auch ein paar Details. Die Reichweite soll demnach bis zu 750 Kilometern liegen, was selbst anspruchsvoller Fahrer zufriedenstellen dürfte. Wie viel davon in der Praxis ankommen mag, ist aber noch schwieriger einzuschätzen als bei den zumeist optimistischen Reichweiten von Elektroautos.
Anvisiert wird von BMW in erster Linie der Markt in den USA und im Nahen Osten, wo das Wasserstoffnetz etwas besser (aber noch nicht gut) ausgebaut ist als in hiesigen Gefilden. Der Konzern spricht dabei von „Technologieoffenheit“, will den Kunden die Wahl überlassen und sich nicht zu stark von einer einzelnen Technologie abhängig machen. Die Anleger lassen sich davon aber nicht überzeugen. Die jüngste Gewinnwarnung sitzt tief und die BMW-Aktie hängt nur knapp über dem 52-Wochen-Tief fest.
BMW Aktie Chart
Nel ASA: Funkstille
Immerhin gibt es regelmäßig Neuigkeiten zu den Wasserstoff-Plänen bei BMW. Im Falle von Nel ASA stehen die Anleger hingegen häufig mit leeren Händen da. Das wird sich nun noch zwei Wochen fortsetzen, denn das Unternehmen geht vor den Zahlen in die sogenannte Quiet Period. Neuigkeiten wird es abseits von Pflichtmitteilungen also nicht geben. Allerdings sei die Frage erlaubt, ob das überhaupt groß auffällt. Denn schon seit einer Weile sind Nachrichten von Nel eher rar gesät.
Der Aktie hat das nicht gut getan, denn eigentlich sehnen die Anleger sich Auftragseingänge herbei, insbesondere nachdem im Mai eine neue Generation von Elektrolyseuren auf den Markt gebracht wurde. Wie groß das Interesse dafür ausfallen mag, bleibt für den Moment im Dunkeln. Die Bullen kommen ins Zweifeln und die Aktie hat sich gefährlich nahe an den Support bei 0,20 Euro herangewagt. Immerhin: unterschritten wurde diese Marke bislang nicht wieder.
Bloom Energy schlägt zurück
Erfreulicher läuft es für die Anteilseigner von Bloom Energy. Auf Gewinnmitnahmen folgte dort am Dienstag ein Kurssprung um rund zehn Prozent, nachdem der Partner Brookfield den Investitionsrahmen für Stromprojekte bei KI-Infrastruktur noch einmal deutlich ausgeweitet hat. Statt bisher fünf sollen nun 25 Milliarden US-Dollar in die Hand genommen werden. Damit wird den Anlegern von Bloom auch ein wenig die Sorge genommen, dass bisherige Erwartungen etwas zu hoch gesteckt sein könnten. Der KI-Hype kehrt ein Stück weit wieder zurück.
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