Liebe Leserin, Lieber Leser,
gestern noch freute die Aktie von Bloom Energy sich im frühen Handel über massive Aufwertungen, nachdem an den Märkten neue Vorgaben der US-Behörden durchgesetzt wurden. Dadurch wird es in Zukunft ermöglicht, neue Rechenzentren schneller aus dem Boden zu stampfen, was den Geschäften von Bloom natürlich sehr gelegen kommen würde. Doch die Freude währte nicht allzu lange. Denn im späteren Handel machte sich im Tech- und KI-Segment eine Welle von Gewinnmitnahmen bemerkbar.
Nervös wird auf die anstehenden Zahlen von Micron geblickt und ob jene der Euphorie nicht noch einen Dämpfer verpassen könnten. Herauskristallisieren könnten sich, so die Befürchtung der Skeptiker, erste Anzeichen für weniger Tempo als gedacht beim Hochfahren von Rechenzentren. Das wären für Bloom Energy denkbar ungünstige Neuigkeiten. Denn es würde letztlich auch bedeuten, dass der Bedarf an Brennstoffzellen vielleicht weniger rasant als erhofft in die Höhe schnellt.
Bloom Energy: Ein ungutes Gefühl
Tatsächliche Neuigkeiten gibt es bislang nicht, doch die Nervosität steht den Anteilseignern ins Gesicht geschrieben. Es werden im großen Stil Gewinne mitgenommen, was selbst die vielbeachtete Aktie von SpaceX in den freien Fall beförderte. Bloom Energy schnitt in einem schwer angeschlagenen Marktumfeld noch vergleichsweise gut ab und konnte sich am Montag um 5,2 Prozent verbessern.
Bloom Energy Aktie Chart
Das ist aber nur ein Bruchteil der vorbörslichen Aufschläge und nachbörslich geriet das Papier weiter unter Druck. Für den heutigen Handel kündigen sich Kurse unterhalb von 320 US-Dollar an. Im historischen Vergleich wäre das noch immer ansehnlich. Die Sorge vor einer beginnenden Korrektur würde aber wohl kaum verschwinden. Alle Augen richten sich nun darauf, ob die Sorgen der Skeptiker denn auch berechtigt sein mögen.
Plug Power rutscht ab
Wer darauf hoffte, dass die aus dem KI-Segment entweichende Luft anderen Sektoren zu Rückenwind verhelfen würde, sollte leider enttäuscht werden. Es zeigen sich aktuell fast quer durch die Bank rote Vorzeichen. Wie schon bei vorherigen Schwächephasen (die in den letzten Jahren letztlich schadlos vorübergingen), betreiben die Marktakteure ein Stück weit De-Risking. Es wird umgeschichtet von eher spekulativen Investments zu verlässlicheren, um nicht zu sagen langweiligeren Werten.
Plug Power zählt nicht in diese Kategorie und bleibt aufgrund ungeklärter Liquiditätsfragen eine schwer einzuschätzende Angelegenheit. Gefragt ist das im aktuellen Marktumfeld offenbar wenig. Der Aktienkurs knickte heute vorbörslich um über sechs Prozent ein und ging schwer in Richtung 2,60 Dollar. Sollte sich dies im regulären Handel verfestigen, wäre es die Rückkehr zum niedrigsten Kurs seit Anfang April.
Es wird eng für Nel ASA
Bei Nel ASA zeigt sich ein ähnliches Bild, nur noch ein Stockwerk tiefer. Der Titel setzte heute im frühen Handel um 3,1 Prozent auf noch 0,217 Euro zurück und kokettiert dort nicht mit irgendwelchen Zwischentiefs, sondern der vermutlich letzten Unterstützung bei 0,20 Euro. Unterhalb davon würde einem Angriff der Bären auf das Allzeit-Tief bei 0,17 Euro eher wenig im Wege stehen. Da die Abwärtsbewegung sich nun schon seit einigen Tagen verfestigt hat, werden die kurzfristigen Aussichten nicht besser und die Vorfreude ob einer neu veröffentlichten Elektrolyseur-Generation scheint schon wieder verblasst zu sein. Bleibt nur zu hoffen, dass die Ängste der Märkte sich nicht bestätigen werden, denn ansonsten könnte es auch für Wasserstoff-Aktien noch weiter in Richtung Süden gehen.
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