Wasserstoff-Aktien: Bloom Energy knickt dramatisch ein, SFC Energy erholt sich hingegen und Nel ASA wehrt sich gegen den Absturz!

Die Lage bei Wasserstoff-Aktien ist wieder einmal schwer nervös und vor allem Bloom Energy verliert an Halt, obschon es dafür keine fundamentalen Gründe gibt.

Auf einen Blick:
  • Die Bloom Energy-Aktie muss heftige Abschläge verdauen.
  • Leise Zweifel am KI-Wachstum scheinen sich bemerkbar zu machen.
  • SFC Energy rückt hingegen wieder mehr in den Vordergrund.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

monatelang war die Aktie von Bloom Energy schon fast so etwas wie das Vorzeigebeispiel für den Wasserstoffsektor, auch wenn die Brennstoffzellen des Unternehmens gar nicht zwingend mit Wasserstoff betrieben werden müssen. Eine beispiellose Rallye zeigte aber eindrucksvoll, welches Potenzial sich im Sektor verbirgt. Angetrieben wurde dies durch den nicht enden wollenden Boom um KI-Rechenzentren. Doch diese Abhängigkeit brachte stets auch das Risiko mit sich, dass es im Falle einer nachlassenden Stimmung zu Korrekturen kommen könnte.

Genau das war am Freitag zumindest ansatzweise zu sehen. KI-Titel haben ein wenig an Zuspruch verloren. Das ist noch nicht das oft heraufbeschworene Platzen der Blase. Doch ein paar Gewinne wurden eingestrichen, was nach den vorherigen Kursexplosionen umso heftiger aussah. Bei Bloom Energy gab es keinerlei fundamentalen Neuigkeiten. Dennoch sackte die Aktie spontan um 18,5 Prozent auf 252,02 US-Dollar ab.

Bloom Energy: Chance oder Warnsignal?

Das sieht zunächst dramatisch aus, lässt sich aber schnell relativieren. Am Aufwärtstrend ändert sich durch die Rückschläge wenig. Es bleibt bei einem Plus von etwas mehr als 1.000 Prozent im direkten Jahresvergleich. Da es eher abstrakte Ängste sind, welche den Kursrutsch auslösten, erkannten zudem nicht wenige Marktakteure auch eine günstige Einstiegsgelegenheit.

Bloom Energy Aktie Chart

Nachbörslich ging es dann auch schon wieder um knapp sechs Prozent aufwärts und mancher Analyst hält die vorherige Reaktion für dezent übertrieben. Gut möglich also, dass es in der neuen Woche eine Gegenbewegung zu bewundern geben wird. Dennoch hat das Image als Gewinngarant Risse bekommen. Spätestens jetzt dürfte jedem bewusst sein, wie schnell es auch wieder abwärts gehen kann, und bisher ist noch nicht einmal etwas Dramatisches passiert.

SFC Energy schwingt sich wieder höher

Neue Zuversicht macht sich hingegen bei SFC Energy breit, wo der Aktienkurs heute Morgen um 2,9 Prozent bis auf 20,10 Euro zulegen konnte. Auch hier finden sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, was zu dieser Bewegung geführt haben mag. Vielleicht gibt es auch schlicht keinen Grund. Doch wer mutmaßen möchte, landet wahrscheinlich bei der Entwicklung im Nahen Osten. Schließlich konzentriert sich SFC Energy verstärkt auf Geschäfte mit Brennstoffzellen für den Verteidigungssektor.

Am Wochenende zeigte sich nun erneut, wie brüchig die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ist. Auch wenn heute erst einmal beschlossen wurde, am Dienstag zu neuen Gesprächen zusammenzufinden, kommt an den Märkten das Signal an, dass Verteidigung noch sehr lange sehr gefragt bleiben wird. SFC Energy bietet dabei das Material, um eine Energieversorgung auch in Extrembedingungen zu gewährleisten.

Nel ASA am seidenen Faden

Ebenfalls keine Neuigkeiten kann heute Nel ASA vermelden, obschon es dort allerhöchste Eisenbahn für gute Nachrichten wäre. Die gute Stimmung aus dem Mai ist längst verpufft und die Aktie ist drauf und dran, wieder in alte Tiefen zurückzufallen. Aktuell können die Bullen die Linie bei 0,20 Euro noch verteidigen; am Montagmorgen stieg der Kurs sogar leicht auf (aufgerundet) 0,21 Euro. Doch die Lage bleibt ausgesprochen fragil und die Charttechnik spricht eher gegen die Nel ASA-Aktie. Keine Nachrichten sind in diesem Fall leider keine guten Nachrichten. Noch immer sehnlichst gewartet wird seitens der Anleger auf Auftragseingänge, am liebsten im großen Stil.

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