Liebe Leserin, Lieber Leser,
Wasserstoff erfreute sich in den letzten Wochen insgesamt über eine kleine Renaissance. Den Vogel abgeschossen haben allerdings die Aktien der Brennstoffzellenunternehmen, bei denen KI-Fantasien die Erwartungen der Aktionäre in schier astronomische Höhen beförderten. Genau das scheint sich aber erst einmal erledigt zu haben. Mit dazu beigetragen haben Zinssorgen, was aufgrund noch immer hoher Investitionskosten den Ausblick ein wenig belastet.
Im Falle von Bloom Energy kam hinzu, dass es Gerüchte um einen Projektstopp im US-Bundesstaat Wyoming gab. Jene sollten sich zwar nicht bestätigen und an den Plänen hat sich nichts verändert. Für Beruhigung sorgte das aber nur bedingt. Die schlechte Stimmung entwickelte ihre eigene Dynamik und ließ die Bloom Energy-Aktie am Mittwoch um weitere 9,8 Prozent bis auf 234,23 US-Dollar stürzen. Dort angekommen sind im 5-Tages-Vergleich bereits Verluste von 18,5 Prozent zu beklagen.
Bloom Energy: Sogwirkung
Mit dazu beigetragen hat natürlich auch eine Korrektur bei Halbleiter-Aktien. Das muss für Bloom Energy zwar nichts bedeuten. Es führt aber dazu, dass die Börsianer ihre Erwartungen für die KI-Zukunft ein bisschen infrage stellen. Viele wollen da gar nicht erst abwarten, sondern schon einmal Gewinne mitnehmen, solange davon noch möglichst viele vorhanden sind. Die Bloom Energy-Aktie hat sich dadurch bedingt nun ein gutes Stück weg vom 52-Wochen-Hoch bei 322,83 Dollar bewegt.
Bloom Energy Aktie Chart
Das ist ein wenig ernüchternd, hat aber noch nicht viel von einem echten Crash. Meckern lässt sich nach wie vor nur auf allerhöchstem Niveau. Denn es bleibt bei einem Plus von satten 980 Prozent (!) in den vergangenen zwölf Monaten. Wer da aktuell Bloom Energy-Aktien mit roten Vorzeichen im Depot hat, muss schon ein sehr unglückliches Händchen beim Timing gehabt haben. Jeder, der vor dem Run im Frühjahr eingestiegen ist, dürfte noch immer zufrieden sein.
Ballard Power zeigt sich leichter
Eine Garantie auf eine Erholung gibt es aber freilich nicht. Das trifft auch auf die Aktie von Ballard Power zu, mit der es im Wochenvergleich um knapp 28 Prozent bis auf 4,38 Dollar zu Handelsschluss am Mittwoch in die Tiefe ging. Es bleibt die große Frage im Raum, ob die Nachfrage nach Brennstoffzellen sich wie erwartet entwickeln wird. Potenzial ist vorhanden, denn der Strombedarf der Rechenzentren wächst aktuell sehr viel schneller als die öffentlichen Netze. Für Bloom Energy und auch Ballard Power bietet sich hier viel Angriffsfläche.
Nun wird manche KI-Aktie etwas vom Himmel geholt und einer kleinen Neubewertung unterzogen. Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch auch Wasserstoff-Aktien überbewertet wären. Tatsächlich sind die Marktkapitalisierungen hier noch eher harmlos. Bei Ballard Power waren es zuletzt beispielsweise 1,3 Milliarden Dollar. Für ein Wasserstoffunternehmen ist das sportlich. Für einen potenziellen KI-Profiteur ist es fast schon niedlich. Wie die Aktie einzustufen ist, bleibt jedem selbst überlassen.
SFC Energy punktet
Hierzulande hat die Stimmung bei SFC Energy ebenfalls nachgelassen. Doch am Donnerstag ging es wieder um 2,6 Prozent bis auf 19,44 Euro am Mittag in Richtung Norden. Die Verluste auf Wochensicht können damit auf acht Prozent beschränkt werden und die positive Tendenz im Chart bleibt vorhanden. Die relative Stärke ergibt sich nicht zuletzt darauf, dass SFC Energy im Verteidigungssegment immer aktiver wird. Dass dort die Nachfrage in den kommenden Jahren steigt, ist vielleicht sogar noch sicherer als im Falle von KI-Rechenzentren und deren Stromversorgung.
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