Wasserstoff-Aktien: Bloom Energy dank AEP und neuer KI-Fantasien zurück im Rallyemodus!

AEP bestellt im großen Stil Brennstoffzellen bei Bloom Energy und die Börse reagiert mit satten Kursaufschlägen nach einer kleinen Schwächephase.

Auf einen Blick:
  • AEP sichert sich Brennstoffzellen von Bloom Energy für ein KI-Rechenzentrum in Wyoming.
  • Die Börse reagiert mit satten Kursaufschlägen.
  • Allerdings gibt es auch noch Skeptiker.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

der KI-Boom blieb im Wasserstoffsegment nicht unbemerkt. Es ist der Hauptgrund dafür, dass die Bloom Energy-Aktie heute deutlich besser dasteht als noch vor einigen Jahren. Allerdings erlebte der Titel zum Ende des vergangenen Jahres auch eine spürbare Korrektur, nachdem Zweifel am rasanten Wachstum aufkamen und insbesondere die langfristige Liquidität des Partners Oracle hier und dort in Zweifel gezogen wurde.

Genau richtig kommt da eine Meldung über einen frischen Auftrag. American Electric Power (AEP) hat bei einer bereits 2024 geschlossenen Vereinbarung eine Option gezogen, welche die Lieferung von Festoxid-Brennstoffzellen mit insgesamt einem Gigawatt vorsieht. Der Auftragswert soll sich Medienberichten zufolge auf satte 2,65 Milliarden US-Dollar belaufen. Mit den Gerätschaften soll eine gigantische KI-Fabrik in Wyoming versorgt werden. Parallel dazu schloss AEP einen 20-jährigen Vertrag zur Belieferung von Strom durch einen nicht näher genannten Partner ab.

Bloom Energy: Reicht das?

Bloom Energy stellt für den Moment erneut unter Beweis, wie gefragt die eigenen Lösungen bei KI-Rechenzentren sind, was an der Börse natürlich für beste Stimmung sorgt. Der Aktienkurs legte am Donnerstag spontan um 12,8 Prozent auf 121,84 Dollar zu und konnte damit einige der Rückschläge der letzten Monate wieder wettmachen. Begünstigt wird die Stimmung dadurch, dass die Anleger sich bei AEP weniger Gedanken um die Zahlungsfähigkeit machen.

Gehofft wird natürlich darauf, dass es noch weitere Auftragseingänge aus dem KI-Segment geben könnte. Diesbezüglich herrscht aber nicht überall Zuversicht. Die Analysten von Jefferies reagierten eher verhalten auf die jüngsten Neuigkeiten. Dort heißt es, dass es zwar eine gute Neuigkeit sei und Bloom Energy langsam an seine Kapazitätsgrenzen kommen würde. Genau das bedeutet aber auch, dass das weitere Potenzial ohne (teure) Expansionen eher eingeschränkt ausfallen dürfte. Die Börsenprofis bleiben bei ihrer Einschätzung, welche auf „Underperform“ lautet. Zukunftschancen werden in bereits errungenen Kursgewinnen als eingepreist angesehen.

Bloom Energy Aktie Chart

Auch die Profis scheinen im Dunkeln zu tappen

Konform geht mit dieser Einschätzung weitgehend die Bank of America, welche trotz höherem Kursziel vor einer herben Korrektur warnt und ebenfalls mit einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung rechnet. BMO Capital bleibt derweil neutral, während Evercore ISI geradezu euphorisch zum Kauf rät und Bloom Energie als „Top Pick“ bezeichnet. Aus alledem lässt sich entnehmen, dass selbst gestandene Analysten bei Bloom Energy ein wenig im Dunkeln stochern und bezüglich der Zukunftsaussichten viel spekulieren müssen.

Das verwundert nicht weiter, da die weitere Entwicklungen von vielen ungewissen Faktoren abhängt. Spätestens nach dem neuen Deal mit AEP ist Bloom Energy schwer abhängig davon, dass der KI-Boom munter weitergehen wird. Davon abgesehen werden die Kosten ein nicht zu unterschätzender Faktor werden. Denn jene werden letztlich darüber entscheiden, wie hoch die Gewinne für das Unternehmen bei den milliardenschweren Aufträge ausfallen werden.

Es bleibt bei der Hoffnung

Über allem steht nach wie vor die Frage, ob Bloom Energy und die Anteilseigner es mit dem Beginn einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung oder doch eher einem Strohfeuer zu tun haben. Zugegebenermaßen spricht besonders in diesem Fall einiges für das erste Szenario. Schließlich ist es nicht der erste lukrative Auftrag aus dem KI-Segment. Mögliche Stolpersteine sollten Anlegerinnen und Anleger aber dennoch im Hinterkopf behalten.

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