Liebe Leserin, Lieber Leser,
was einst für muntere Fantasien an den Börsen sorgte, lässt manchen Anleger heute nur noch verzweifeln. Wasserstoff in Europa kommt nicht recht vom Fleck. Für jeden Schritt nach vorn scheint es irgendwo anders zwei Schritte zurückzugehen. So etwa im Saarland, wo gleich drei Wasserstoffprojekte eingestampft wurden. Derweil stehen in Bielefeld seit Jahresbeginn mehrere wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge still, da die einzige Tankstelle in der Umgebung ausschließlich für Busse genutzt werden darf.
All das ist noch lange kein Todesurteil für Wasserstoff an sich. Es stellt aber manche Wachstumsfantasie infrage. Fortschritte bei Mobilität und Industrie finden allenfalls in kleinen Schritten statt. Hoffnungen auf größere Durchbrüche müssen indes an anderer Stelle gesucht werden. Glücklicherweise gibt es aber Sektoren, welche genau solche Aussichten noch liefern können.
Bloom Energy hebt ab
Während sich viele Regierungen bei neuen Förderungen in Zurückhaltung üben und Unternehmen hohe Kosten bei Wasserstoff-Investments fürchten, bleibt der Geldhahn im KI-Segment weit aufgedreht. Davon profitiert schon seit einer Weile Bloom Energy. Kürzlich konnte der Brennstoffzellenexperte einen neuen Milliardenauftrag von AEP an Land ziehen. Für die Versorgung von KI-Rechenzentren scheint kein Aufwand gescheut zu werden. Wir beschäftigten uns mit der Thematik bereits in vergangenen Ausgaben.
Es ist aber nicht nur dieser eine konkrete Auftrag, welcher der Bloom Energy-Aktie zu Rückenwind verhilft. Es ist vor allem die Hoffnung auf weitere Aufträge, die für Inspiration sorgt. Die Bloom Energy-Aktie mausert sich zum Vorzeigetitel im Wasserstoffsegment. Kleinere Gewinnmitnahmen wie am gestrigen Mittwoch, als es um 4,5 Prozent auf 133,46 US-Dollar abwärts ging, lassen sich ohne Weiteres ertragen. Denn im noch ausgesprochen jungen Jahr bleiben Aufschläge von mehr als 50 Prozent erhalten.
Bloom Energy Aktie Chart
Nel ASA steht mit heruntergelassenen Hosen da
Es sind genau solche Fantasien, welche den Anlegern von Nel ASA schon seit Längerem abhanden gekommen sind. Ein paar Aufträge tröpfelten bei den Norwegern im vergangenen Jahr noch herein. Das reichte aber nicht einmal annähernd aus, um einen Weg aus der Verlustzone erkennen zu können. Der Auftragsbestand ist auf deprimierende 984 Millionen norwegische Kronen gesunken, was umgerechnet etwa 84 Millionen Euro entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Wert nahezu halbiert.
Es sieht momentan nicht danach aus, als würde es eine schnelle Erholung geben. In Europa bleibt es bei einer schwierigen Ausgangslage und die Versorger setzen (notgedrungen) verstärkt auf Importe aus anderen Kontinenten. Mit neuer Technologie will Nel zwar wieder punkten können. Die Anleger werden sich aber erst dann überzeugen lassen, wenn dafür auch frische Kunden und Aufträge gewonnen werden können.
Plug Power sorgt für Spannung
Zumindest etwas besser sieht es momentan für Plug Power aus. Doch auch dort blicken die Anleger noch auf massive Verluste, denen eher übersichtliche Auftragseingänge gegenüberstehen. Das hohe Wachstumstempo wir beibehalten. Die Frage lautet nur, ob sich Plug Power das überhaupt leisten kann. Die Antwort wird es Ende des Monats geben, wenn um die Zustimmung für weitere Kapitalerhöhungen geworben wird. Damit würde Plug Power sich zwar neue Möglichkeiten hinsichtlich der Liquidität sichern. Zugleich würde aber auch die Gefahr weiterer Verwässerungen zunehmen. Die Aktionäre zeigen sich im Vorfeld unsicher und die Aktie blieb zuletzt auf keinem katastrophalen, aber auch keinem wirklich hohen Niveau stecken.
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