Liebe Leserin, Lieber Leser,
die Blicke der Anleger richteten sich in den letzten Tagen sehr auf die Chiphersteller und auf die Zahlen von Micron wurde im Vorfeld eher sorgenvoll geblickt. In Erwartung an eine milde Enttäuschung nahmen nicht wenige Anteilseigner Gewinne mit, was eine weite Strahlwirkung hatte. Auch bei Wasserstoff-Aktien blieb die Entwicklung nicht unbemerkt. Insbesondere die Aktie von Bloom Energy geriet unter Druck, da die Aussichten auf Chancen bei Rechenzentren ganz dezent infrage gestellt wurden.
Doch die Sorgen scheinen nun wie weggeblasen zu sein. Am Mittwoch nach Börsenschluss erfüllte Micron nicht nur die Erwartungen der Analysten, sondern übertraf sie bequem um zwei bis drei Etagen. Die Nachfrage nach Chips kennt weiterhin kein Ende und die Margen sind in fast schon absurde Regionen geklettert. Letzteres ist ein weiteres Signal dafür, dass das Interesse der Hyperscaler nicht abreißt.
Bloom Energy legt wieder los
Der Bloom Energy-Aktie bescherte das kollektive Aufatmen Kursgewinne von knapp fünf Prozent im vorbörslichen Handel am Donnerstag. Damit tendiert das Papier wieder in Richtung 340 Dollar und könnte sogar Anlauf auf das Allzeit-Hoch bei 349,99 Dollar nehmen. Es braucht weiterhin dringend neue Lösungen für die Stromversorgung von Rechenzentren, und da der Anschluss an öffentliche Netze oft viel Zeit in Anspruch nimmt, sind die Brennstoffzellen von Bloom Energy eine interessante Alternative für all jene, die es besonders eilig haben. Daran ändern auch einige Projekte in Sachen Atomkraft wenig, denn dort dauert der Aufbau neuer Strukturen ungleich länger.
Bloom Energy Aktie Chart
Ein wenig lässt sich darüber streiten, ob das wirklich als gutes Signal für Wasserstoff verstanden werden kann, da die Anlagen von Bloom Energy nicht zwingend damit betrieben werden müssen. Sie sind aber in der Lage dazu und geschaffen wird damit zumindest eine Basis, auf der sich in Zukunft aufbauen ließe, wenn Wasserstoff günstiger geworden sein mag oder das Weiße Haus regenerative Energien nicht länger für eine akute Bedrohung des American Way of Life ansieht.
Ballard Power schießt sich ab
Für Ballard Power bedeuten die guten Neuigkeiten aus dem Chipsegment ebenfalls Entlastung und die Aktie notierte heute vorbörslich immerhin 2,8 Prozent höher. Das geht dann aber doch unter angesichts der gestrigen Meldung zur geplanten Übernahme von GeoPura. 400 Millionen Dollar sollen fließen, um mit dessen Hilfe in Zukunft ein geschlossenes Ökosystem anbieten zu können.
Daran ist erstmal wenig auszusetzen. Problematisch aus Anlegersicht ist allerdings, dass nur etwas mehr als ein Viertel der Kaufsumme mit Barmitteln beglichen werden soll. Für den Rest sollen 50,8 Millionen neue Stammaktien ausgegeben werden, was für bestehende Aktionäre eine schmerzhafte Verwässerung bedeutet. Sichtlich enttäuscht verabschiedeten sich da viele und die Aktie rutschte gestern um 11,6 Prozent auf 3,69 Dollar ab.
Plug Power muss langsam liefern
Plug Power braucht derweil dringend mehr Geld in der Kasse und prinzipiell wurde den Anlegern dies auch schon versprochen. Bis Ende Juni soll der Verkauf von Vermögenswerten beim Projekt Gateway über die Bühne gegangen sein. Es bleibt also nicht einmal mehr eine Woche, um damit mindestens 132,5 Millionen Dollar einzunehmen. Das Vertrauen der Anleger darin, dass es damit auch klappen wird, scheint zu schwinden. Der Aktienkurs gab am Mittwoch um weitere 3,7 Prozent auf 2,61 Dollar nach; auf Monatssicht ging es um knapp 31 Prozent abwärts.
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