Liebe Leserin, Lieber Leser,
die Rallye bei Wasserstoff-Aktien gönnt sich momentan eine kleine Pause und neuerliche Kurssprünge gab es in dieser Woche bisher nicht zu sehen. Bequem eingerichtet haben die Titel es sich aber zumeist auf hohem Niveau. So auch im Falle von Bloom Energy, wo zu Handelsschluss am Montag nach Abschlägen von vier Prozent noch immer respektable 273,51 US-Dollar zu bewundern waren. Die Analysten der UBS gehen auch schwer davon aus, dass noch mehr drin sein dürfte.
In einer frischen Studie hat die Schweizer Großbank nicht nur die Kaufempfehlung bestätigt, sondern auch gleich das Kursziel von zuvor 251 auf nun 322 Dollar erhöht. Eine genauere Begründung dafür scheint es nicht zu geben. Der immer größere Hype im KI-Segment sorgt aber für genügend Fantasien. Die Analystenstimme scheint sich nachbörslich bemerkbar gemacht zu haben. Für Bloom Energy ging es heute vorbörslich um knappe drei Prozent aufwärts.
Bloom Energy Aktie Chart
Geht Nel ASA etwa zu weit?
Nun müssen Analysten nicht immer Recht behalten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktie von Nel ASA. Als jene im Jahr 2023 noch eisern die Marke bei 1,20 Euro verteidigte, wurde sie von den Börsenprofis mit schöner Regelmäßigkeit überschätzt. Es hagelte Kaufempfehlungen und die Kursziele wurden deutlich höher angesetzt. Was daraus geworden ist, ist selbst nach der jüngsten Erholung noch deutlich sichtbar. Heute Morgen standen ganze 0,33 Euro auf dem Ticker.
Von Optimismus ist bei den Analysten kaum noch etwas zu spüren. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 0,20 Euro und damit rund 40 Prozent unter dem letzten Schlusskurs. Die Situation hat sich also mehr oder minder ins Gegenteil verkehrt. Die Anleger haben neue Lust bekommen, die Analysten winken ab und es gibt keine einzige Kaufempfehlung. Wäre ja möglich, dass die Profis einmal mehr auf der falschen Fährte sind. Verlass ist darauf allerdings nicht. Immerhin stellt das derzeit höchste Kursziel noch ein Plus von gut 20 Prozent in Aussicht.
FuelCell Energy: Hoffnungslos?
Das lässt sich im Falle von FuelCell Energy leider nicht behaupten. Dort sieht selbst das höchste Kursziel ein Abwärtspotenzial von 43,7 Prozent vor. Im Durchschnitt trauen die Analysten dem Papier einen Kurs von 8,24 US-Dollar zu, was über 60 Prozent unter dem letzten Schlusskurs bei 21,31 Dollar liegt. Angetrieben wurde ein Rallye mit Aufschlägen von 190 Prozent seit Jahresbeginn durch Fantasien um KI-Rechenzentren. Die Experten meinen wohl, dass es damit etwas zu weit gegangen ist. Laut „MarketScreener“ gibt es momentan keine einzige Kaufempfehlung, dafür aber zwei negative Einstufungen und sieben neutrale Bewertungen.
Euphorie macht sich also zumindest unter den Analysten nicht mehr unbedingt breit. Allerdings haben die Börsenprofis zuvor auch nicht die Renaissance der Wasserstoff-Aktien vorhersagen können. Wie viel auf die Einschätzungen zu geben ist, bleibt daher jedem selbst überlassen. Abhängen wird es letztlich vom einfachen Prinzip Angebot und Nachfrage, und diesbezüglich ist einiges ins Rollen gekommen. KI-Rechenzentren setzen mangels schneller Anbindung an öffentliche Netze immer öfter auf Rechenzentren, hohe Ölpreise zwingen besonders Europa zum Umdenken und in der Politik kommt es zu mehr Bewegung. Das wird zwar nicht alle Wasserstoff-Aktien in neue Höhen befördern. Es ist aber ein guter Boden, um dem Segment endlich aus der Nische herauszuhelfen.
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