Liebe Leserin, Lieber Leser,
allzu überbordende Fantasien entstehen im Wasserstoffsegment mittlerweile nicht mehr. Nach einer angenehmen Phase der Erholung lässt die Euphorie deutlich nach und die Aktienkurse machen es sich wieder in überschaubareren Regionen gemütlich. Die Anleger vermissen bei vielen Unternehmen noch etwas frische Auftragseingänge, welche die Hoffnungen der vergangenen Wochen weiter füttern könnten. Davon gab es zuletzt allerdings leider nur wenig zu sehen.
Punkten kann immerhin Ballard Power mit einem weiteren Auftrag für gleich 150 FCmove-HD+-Module mit einer Gesamtleistung von 15 Megawatt. Die Module sollen bei der Stromversorgung abseits der öffentlichen Netze zum Einsatz kommen, also beispielsweise bei Live-Events, Baustellen oder kritischer Infrastruktur. Ein wenig befeuert dies auch die Hoffnung darauf, dass bei KI-Rechenzentren die Technologie künftig eine größere Rolle spielen könnte. Allerdings reicht es noch nicht, um neue Kauflaune entstehen zu lassen.
Die Ballard Power-Aktie tappt auf der Stelle
Im Handel am Dienstag konnte die Ballard Power-Aktie keine neuen Erfolge erringen, sondern musste Abschläge von 0,7 Prozent hinnehmen. Immerhin konnten jene nachbörslich wieder ausgeglichen werden. Letztlich tappte der Titel also auf der Stelle, und das gut 60 Prozent höher als noch zu Jahresbeginn. Es könnte also schlimmer aussehen und rein technisch betrachtet kann der Aufwärtstrend mit ein wenig Wohlwollen noch als lebendig betrachtet werden.
Ballard Power Aktie Chart
Nel ASA unter Druck
Ob davon bei Nel ASA noch die Rede sein kann, ist da vielleicht schon etwas fragwürdiger. Zwar konnten die Käufer hier die Marke von 0,20 Euro noch verteidigen und heute Morgen ging es nach herben Abschlägen am Dienstag wieder um 3,3 Prozent auf 0,22 Euro aufwärts. Der Verkaufsdruck hat sich dennoch erhöht. Dafür hat nicht zuletzt die Meldung gesorgt, dass CEO Håkon Volldal spätestens zu Beginn kommenden Jahres seinen Hut zu nehmen gedenkt.
Es wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, um die Verunsicherung mit dem einen oder anderen neuen Auftrag auszukontern. Doch davon ist leider immer noch nichts zu sehen. So wirkt Nel in den Augen der Anleger letztlich angeschlagen und nun auch noch ein Stück weit kopflos. Zwar scheint der Wechsel in der Chefetage weitgehend geregelt abzulaufen und das Unternehmen hat nun noch genügend Zeit, um sich um einen Nachfolger zu bemühen. Dennoch sorgt das Ganze für Verunsicherung, und das genau in einer Phase, in der die Nel ASA-Aktie ohnehin mit Gewinnmitnahmen und Korrekturen zu kämpfen hatte. Der letzte Höhenflug schmilzt rapide dahin.
ThyssenKrupp Nucera im Dornröschenschlaf?
Die Aktie von ThyssenKrupp-Nucera ist von ihrem 52-Wochen-Tief ebenfalls nicht weit entfernt und zuletzt gab es des Öfteren rote Vorzeichen zu sehen. Auch hier dürfte es ein nicht unwesentlicher Faktor sein, dass es schlicht an (guten) Neuigkeiten fehlt. Den letzten Auftragseingang meldete Nucera vor gut einem Monat. Geliefert wrden sollen Elektrolyseure für das Andalusian Green Hydrogen Valles, welches laut Betreiberin das bisher größte Grüner-Wasserstoff-Projekt in Südeuropa darstellen soll. Das ist gut und schön und eine Leistung von 300 Megawatt eröffnet interessante Möglichkeiten. Es wird aber allein nicht ausreichen, um die Aktie von ThyssenKrupp Nucera endlich wieder in höhere Gefilde zu befördern. Heute Mittag notierte das Papier bei 7,84 Euro und damit gut elf Prozent tiefer als Ende Mai. Das 52-Wochen-Tief lauert bereits bei 7,24 Euro.
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