Warum Super Micro zur größten Überraschung 2026 werden könnte

Trotz massiver Skepsis an der Wall Street positioniert sich Super Micro im wachsenden KI-Infrastrukturmarkt. Analysten sehen hohes Aufwärtspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Aktie notiert 70 Prozent unter Allzeithoch
  • AI-Infrastrukturmarkt wächst auf Billionen-Dollar-Volumen
  • Langfristige Bruttomargenziele von bis zu 17 Prozent
  • KGV von unter 9 deutlich unter Branchendurchschnitt

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

während die Börse AI-Aktien wie Nvidia weiterhin feiert, gibt es ein Unternehmen, das an den Kapitalmärkten regelrecht gemieden wird. Die Rede ist von Super Micro Computer. Die Aktie hat seit ihrem Hoch mehr als 70 Prozent verloren. Buchhaltungsprobleme und verschobene Aufträge haben das Vertrauen der Anleger zerstört. Doch genau diese Wall-Street-Skepsis könnte die größte Chance des Jahres darstellen. Denn während alle wegschauen, positioniert sich Super Micro für einen Milliardenmarkt, der erst am Anfang steht.

Das Paradox: Maximale Nachfrage trifft auf minimales Vertrauen

Die Situation bei Super Micro ist von einer bemerkenswerten Diskrepanz geprägt. Auf der einen Seite steht die fundamentale Nachfrage nach AI-Infrastruktur auf einem Allzeithoch. Meta-Chef Mark Zuckerberg kündigte kürzlich an, die Datencenter-Kapazität von einigen Gigawatt auf über 100 Gigawatt ausbauen zu wollen. Die Botschaft könnte kaum klarer sein: Der AI-Boom steht nicht vor dem Ende, sondern am Anfang einer mehrjährigen Expansionsphase.

McKinsey prognostiziert in einer aktuellen Studie ein explosives Wachstum der globalen Datencenter-Kapazität. Von 82 Gigawatt im Jahr 2025 soll die Kapazität bis 2030 auf 219 Gigawatt steigen. Besonders die AI-Workloads werden sich in diesem Zeitraum mehr als verdreifachen und 156 Gigawatt erreichen. Die damit verbundenen Investitionen beziffern Analysten auf 5,2 bis 8,0 Billionen Dollar. 60 Prozent dieser Summe fließen in Technologie – genau das Segment, in dem Super Micro mit seinen Data Center Building Block Solutions aktiv ist.

Auf der anderen Seite steht ein Unternehmen, dem die Wall Street massiv misstraut. Goldman Sachs hat die Aktie kürzlich mit einem Verkaufsrating versehen. Das Kursziel liegt bei 26 Dollar. Von 19 analysierten Experten raten elf zum Halten oder Verkaufen. Gleichzeitig liegt das durchschnittliche Kursziel bei 47 Dollar – ein implizites Aufwärtspotenzial von 62 Prozent. Diese Diskrepanz zwischen Rating und Kursziel offenbart die Unsicherheit der Analysten.

Die Margenfrage: Unterschätztes Potenzial oder strukturelles Problem?

Das Hauptargument der Skeptiker konzentriert sich auf die Profitabilität von Super Micro. Die Bruttomargen des Unternehmens gelten als problematisch niedrig. In der Tat bewegen sich die Margen im niedrigen einstelligen Bereich. Kritiker argumentieren, dass dies auf ein strukturelles Problem hindeutet. Doch diese Sichtweise ignoriert die strategische Neuausrichtung des Geschäftsmodells.

Super Micro hat seine Guidance für das Geschäftsjahr 2026 auf mindestens 36 Milliarden Dollar erhöht. Für das Folgejahr rechnen Analysten mit Umsätzen von 44 Milliarden Dollar. Entscheidend ist jedoch die Marge. Das Unternehmen selbst gibt langfristige Ziele von 14 bis 17 Prozent Bruttomarge aus. Die neuen Data Center Building Block Solutions versprechen deutlich höhere Margen als das traditionelle Servergeschäft.

Ein konservatives Basisszenario mit nur 10 Prozent Bruttomarge würde bei 44 Milliarden Dollar Umsatz zu einem Nettogewinn von 2,24 Milliarden Dollar führen. Bei 680 Millionen ausstehenden Aktien ergibt sich ein Gewinn je Aktie von 3,30 Dollar. Beim aktuellen Kurs von 29 Dollar entspricht dies einem KGV von unter 9. Zum Vergleich: Der Technologiesektor wird durchschnittlich mit dem 25-fachen Gewinn bewertet.

Das bullische Szenario rechnet mit der Erreichung der vom Management anvisierten 17 Prozent Bruttomarge. In diesem Fall würde der Gewinn je Aktie auf 7,15 Dollar steigen. Selbst bei einem moderaten Bewertungsmultiplikator von 15 läge der faire Wert der Aktie bei über 100 Dollar. Dies entspricht einem Vervielfachungspotenzial vom aktuellen Niveau.

Vergleich mit Wettbewerbern: Enormer Nachholbedarf

Ein Blick auf die Performance vergleichbarer Unternehmen verdeutlicht das Nachholpotenzial. Celestica, ebenfalls im AI-Infrastrukturbereich tätig, hat in den vergangenen zwei Jahren eine Rendite von 980 Prozent erzielt. Vertiv Holdings, spezialisiert auf Datencenter-Infrastruktur, legte im selben Zeitraum um 271 Prozent zu. Super Micro hingegen notiert nahezu unverändert zum Niveau von vor zwei Jahren.

Diese Underperformance hat ihre Ursache primär in den Buchhaltungsproblemen des vergangenen Jahres. Das Unternehmen musste Aufträge verschieben und einen vorübergehenden Vertrauensverlust hinnehmen. Doch diese Phase scheint überwunden. Die operative Geschäftsentwicklung zeigt keine Schwächezeichen. Im Gegenteil: Super Micro berichtet von 13 Milliarden Dollar an Aufträgen allein für die GB300-Produktlinie.

Risiken und Realitäten: Was Anleger wissen müssen

Natürlich existieren substanzielle Risiken. Die Buchhaltungsprobleme könnten sich als gravierender erweisen als derzeit angenommen. Die niedrigen Margen könnten sich als strukturell und nicht temporär herausstellen. Das Unternehmen hat zur Inventarfinanzierung eine revolvierende Kreditlinie von 2 Milliarden Dollar aufnehmen müssen. Dies belastet die Bilanz und erhöht den Verschuldungsgrad.

Zudem könnte die AI-Ausgabenwelle der Hyperscaler früher als erwartet abebben. Sollten Unternehmen wie Meta, Microsoft oder Amazon ihre Investitionspläne kürzen, würde dies Super Micro unmittelbar treffen. Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden stellt ein Konzentrationsrisiko dar.

Andererseits hat die Aktie in den vergangenen zwei Jahren bereits massiv korrigiert. Das Abwärtspotenzial erscheint begrenzt. Wettbewerber mit vergleichbarem Geschäftsmodell werden mit deutlich höheren Multiples bewertet. Die fundamentale Wachstumsstory der AI-Infrastruktur bleibt intakt. Super Micro steht nicht vor dem Problem mangelnder Nachfrage, sondern vor der Herausforderung, diese Nachfrage profitabel zu bedienen.

Die Chance für Contrarians: Akkumulation vor der Neubewertung

Die aktuelle Konstellation erinnert an klassische Contrarian-Opportunitäten. Ein fundamental intaktes Geschäft trifft auf maximale Skepsis der Marktteilnehmer. Die Erwartungen sind so niedrig, dass bereits moderate positive Überraschungen zu signifikanten Kursreaktionen führen könnten. Sollte Super Micro in den kommenden Quartalen sowohl Umsatz- als auch Margenziele übertreffen, wäre eine fundamentale Neubewertung unvermeidlich.

Die Quartalszahlen werden zeigen, ob das Unternehmen die selbstgesteckten Ziele erreichen kann. Experten rechnen mit einem starken Abschluss. Sollten sich die Margen tatsächlich in Richtung der langfristigen Ziele entwickeln, dürfte dies zu massiven Short-Eindeckungen führen. Die negative Stimmung würde in FOMO umschlagen. Anleger, die unter PTSD durch frühere Verluste litten, würden plötzlich zurückkehren.

Warum diese Contrarian-Chance jetzt auf dem Radar sein sollte

Die aktuelle Konstellation bei Super Micro Computer bietet genau das, was erfolgreiche Contrarian-Investoren suchen: Ein fundamental intaktes Geschäft trifft auf maximale Skepsis der Marktteilnehmer. Die Erwartungen sind so niedrig, dass bereits moderate positive Überraschungen zu signifikanten Kursreaktionen führen könnten. Sollte Super Micro in den kommenden Quartalen sowohl Umsatz- als auch Margenziele übertreffen, wäre eine fundamentale Neubewertung unvermeidlich.

Die Kombination aus rekordhoher AI-Infrastrukturnachfrage, strukturell niedriger Bewertung und beginnendem Vertrauensaufbau schafft ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil. Während Wall-Street-Analysten mit Verkaufsempfehlungen winken, positioniert sich das Unternehmen für einen Multi-Billionen-Dollar-Markt. Die Quartalszahlen werden zeigen, ob die Skepsis berechtigt war oder ob hier eine der interessantesten Turnaround-Storys im AI-Sektor entsteht.

Super Micro Computer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Super Micro Computer-Analyse vom 20. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Super Micro Computer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Super Micro Computer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Super Micro Computer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)