Warner Bros. Discovery (A) Aktie: Staaten klagen gegen Fusion

Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen die 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Paramount durch Warner Bros. Discovery.

Auf einen Blick:
  • Klage von zwölf US-Bundesstaaten
  • Fusionsvolumen von 110 Milliarden Dollar
  • Kontrolle über große Marktanteile befürchtet
  • Aktienkurse legen trotz Klage zu

Zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens haben am Montag Klage eingereicht, um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zu stoppen. Das Volumen des Deals: 110 Milliarden Dollar. Damit rückt eine Fusion, die als größte in der Geschichte Hollywoods gilt, erneut vor Gericht — und Paramount könnte teuer für jede weitere Verzögerung zahlen.

Die Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien stützt sich auf Section 7 des Clayton Act. Die Staaten argumentieren, das fusionierte Unternehmen würde rund 27 Prozent des Marktes für breit veröffentlichte Kinofilme kontrollieren, gut 30 Prozent bei Blockbuster-Filmen und ebenfalls etwa 27 Prozent im Segment der Basic-Cable-Kanäle. Zusammen würden Paramount und Warner Bros. Discovery Sender wie CNN, MTV, HGTV, Cartoon Network und Nickelodeon unter einem Dach vereinen.

Politischer Beigeschmack

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta wirft dem Deal vor, Preise zu treiben, die Qualität zu senken und das Angebot an Filmen und Serien zu verringern. Kritiker des Zusammenschlusses verweisen darauf, dass das US-Justizministerium die Übernahme im Vormonat freigegeben hatte — und dass sämtliche an der Klage beteiligten Generalstaatsanwälte Demokraten sind, während Paramount-Chef David Ellison über seinen Vater, den Oracle-Mitgründer Larry Ellison, gute Kontakte zur Trump-Administration unterhält. Paramount weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Verzerrung geltenden Kartellrechts.

Hollywood-Beschäftigte, Gewerkschaften und Kinobetreiber hatten die Fusion schon vor der Klage kritisiert — aus Sorge um Arbeitsplätze und ein schmaleres Filmangebot. Paramount hält dem entgegen, nach dem Wegfall doppelter Strukturen und Kosteneinsparungen von 6 Milliarden Dollar sogar mehr statt weniger produzieren zu wollen, mit einem Versprechen von 30 Filmen pro Jahr aus dem kombinierten Studio. Die Staaten halten diese Zusage für rechtlich nicht bindend.

An der Börse kam die Nachricht überraschend gut an: Die Warner-Bros.-Discovery-Aktie legte nach Bekanntwerden der Klage rund 2,4 Prozent zu, Paramount-Papiere zogen ähnlich an. Ein gerichtliches Verfahren dürfte sich über Monate hinziehen und Paramount nach eigenen Angaben hunderte Millionen Dollar an zusätzlichen Kosten aufbürden.

Besonders brisant ist eine vertragliche Klausel: Schließt sich der Deal nicht bis Oktober, muss Paramount rund 650 Millionen Dollar pro Quartal an Warner-Bros.-Discovery-Aktionäre zahlen. Die Staaten fordern zudem, den Vollzug der Transaktion bis zum Abschluss des Verfahrens auszusetzen — anderenfalls wollen sie eine gerichtliche Verfügung erwirken, die den Deal komplett blockiert.

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