Der Weg für eine der größten Medienfusionen der vergangenen Jahre ist frei. Ein US-Bundesrichter hat heute eine Einigung zwischen Paramount und einer von Kalifornien angeführten Gruppe von Bundesstaaten gebilligt. Damit endet eine monatelange Hängepartie um die rund 110 Milliarden Dollar schwere Transaktion.
Gericht räumt letzte Hürde ab
Richterin Araceli Martínez-Olguín genehmigte den Vergleich, der die Wettbewerbsbedenken der Staaten ausräumen soll. Diese hatten befürchtet, der Zusammenschluss schade dem Wettbewerb in Film und Fernsehen. Als Teil der Verhandlungen war zuletzt auch eine Investition von 1,5 Milliarden Dollar in Kalifornien im Gespräch.
Zuvor hatte bereits die US-Medienaufsicht FCC ausländische Investoren an der Finanzierung zugelassen. Sie dürfen allerdings keine stimmberechtigten Anteile halten. Zur Finanzierung bereitet Citigroup nach Marktberichten den Verkauf von Schuldtiteln vor und plant Treffen mit Kreditinvestoren.
Formal steht der Abschluss noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und üblicher Vollzugsbedingungen.
Kreiz soll als Co-Chef integrieren
Kurz nach der Gerichtsentscheidung präsentierte Paramount die Führungsstruktur für die Zeit nach dem Vollzug. Ynon Kreiz, bislang Chef von Mattel, startet am 5. Oktober bei Paramount. Nach dem Closing wird er Co-CEO und zieht in den Verwaltungsrat ein. David Ellison bleibt Chairman und CEO.
Die Aufgaben sind klar verteilt. Ellison kümmert sich um Strategie, kreative Ausrichtung, Talentbeziehungen und Kapitalallokation. Kreiz verantwortet das Tagesgeschäft und die Integration der Konzerne. Kreiz bringt Erfahrung aus über 30 Jahren Medienbranche mit. Bei Mattel trieb er den Schritt in Film und Fernsehen voran, der Barbie-Film wurde 2023 zum erfolgreichsten Streifen von Warner Bros. Pictures.
Paramount stellt aus der Fusion Synergien von mehr als 6 Milliarden Dollar pro Jahr in Aussicht. Der gemeinsame Streamingdienst soll auf mehr als 200 Millionen Abonnenten wachsen.
Aktie auf Jahreshoch, Bewertung ambitioniert
An der Börse spiegelt sich die Entwicklung bereits wider. Die Warner-Aktie erreichte zuletzt ein 52-Wochen-Hoch bei 30,93 Dollar und schloss bei 30,95 Dollar. Auf Jahressicht steht ein Plus von rund 59 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 77 Milliarden Dollar.
Fundamental bleibt das Bild gemischt. Das Unternehmen schreibt weiter Verluste, der Gewinn je Aktie lag zuletzt bei minus 1,27 Dollar. Argus stufte die Aktie mit Verweis auf den Fusionsausblick auf „Sell“ herab.
Nach dem Richterspruch rückt nun der Vollzug in den Mittelpunkt. Dass Kreiz bereits am 5. Oktober antritt, deutet darauf hin, dass Paramount die Integration zügig vorbereiten will.
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