Ein echtes Drama spielt sich gerade um Warner Bros. Discovery ab. Die Aktie legte heute um 3,48 Prozent auf 28,97 Dollar zu, nachdem das Unternehmen bekannt gab, für sieben Tage mit Paramount über dessen Übernahmeangebot sprechen zu wollen. Gleichzeitig hält Warner Bros. aber an der Vereinbarung mit Netflix fest, die weiterhin als bevorzugter Bieter gilt.
Die Ausgangslage ist verzwickt. Paramount will Warner Bros. komplett kaufen, inklusive aller TV-Sender und CNN. Netflix dagegen zielt nur auf das Filmstudio Warner Bros. und die HBO-Sparte ab. Paramount bewertet den Deal mit 108 Milliarden Dollar inklusive Schulden, Netflix bietet 82,7 Milliarden Dollar. Ein Banker von Paramount hat nun einem Warner-Vorstandsmitglied mitgeteilt, dass man mindestens 31 Dollar je Aktie zahlen würde. Das wären immerhin 1 Dollar mehr als das bisherige Angebot von 30 Dollar.
Netflix kontert mit 27,75 Dollar je Aktie und beharrt darauf, das überlegene Angebot zu haben. Der Streaming-Riese wirft Paramount vor, die Aktionäre in die Irre zu führen, was kartellrechtliche Bedenken angeht.
Netflix behält sich Nachziehrecht vor
Warner Bros. hat Netflix eine begrenzte Ausnahmeregelung gewährt, die bis zum 23. Februar läuft. In dieser Zeit will man mit Paramount bestimmte Bedingungen klären und vor allem das neue Angebot schriftlich sehen. Netflix kann allerdings jedes neue Paramount-Angebot matchen. Das Unternehmen argumentiert, dass eine Fusion von Warner Bros. und Paramount zwei der fünf großen Hollywood-Studios, zwei führende TV-Studios und zwei bedeutende Nachrichtensender vereinen würde. Das dürfte Wettbewerbsbehörden weltweit auf den Plan rufen.
Paramount hatte am 10. Februar geänderte Bedingungen vorgelegt, die mehrere Bedenken adressieren sollen. Das Unternehmen würde sogar eine Gebühr von 2,8 Milliarden Dollar an Netflix übernehmen, falls Warner Bros. die Vereinbarung mit dem Streaming-Dienst beendet. Zudem bietet Paramount an, eine Refinanzierung von Warner-Schulden zu garantieren.
Die außerordentliche Hauptversammlung zur Abstimmung über die Netflix-Transaktion bleibt vorerst für den 20. März angesetzt. Bis dahin haben beide Bieter noch Zeit, ihre Angebote zu schärfen. Für Anleger wird es spannend, ob Paramount tatsächlich nachlegt und Netflix dann mitziehen muss.
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