Ein Animationsfilm, der eigentlich nur Kinokassen füllen sollte, hat bei Disney gleich mehrere Sparten beflügelt. „Toy Story 5“ trieb im vergangenen Quartal nicht nur den Streaming-Dienst Disney+ an, sondern auch den Merchandise-Verkauf und die Besucherzahlen in den Freizeitparks. Die Aktie reagierte am Mittwoch mit Kursgewinnen im frühen US-Handel.
Im Quartal bis Ende Juni stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 28 Prozent auf 2,06 Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten von 1,86 Dollar. Unter dem Strich brach der Gewinn dennoch auf 2,8 Milliarden Dollar ein, nach 5,9 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal — damals hatte eine Steuergutschrift bei Hulu das Ergebnis aufgebläht, diesmal drückte eine Abschreibung auf den geplanten Verkauf der A+E-Anteile.
Parks laufen, Sport schwächelt
Die Freizeitpark-Sparte lieferte fast 10 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 10 Prozent. Die weltweite Besucherzahl legte um 4 Prozent zu, in den US-Parks waren es 3 Prozent — eine Entwicklung, die manche Analysten so nicht erwartet hatten, nachdem Comcast schwächere Besucherzahlen in seinen Orlando-Parks mit höheren Spritpreisen und gedämpfter Verbraucherstimmung erklärt hatte. Das operative Ergebnis der Park-Sparte stieg um 20 Prozent auf 3 Milliarden Dollar, begünstigt durch eine Zollrückerstattung in Höhe von 100 Millionen Dollar.
Die Entertainment-Sparte mit Disney+ und Hulu verbuchte 11,3 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 6 Prozent, während die Abo-Erlöse um 15 Prozent zulegten. Das operative Ergebnis schoss um 64 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Dollar nach oben. Die Sportsparte mit ESPN enttäuschte dagegen: Die frühen Play-off-Serien der NBA fielen kürzer aus als erwartet, das operative Ergebnis sank um 17 Prozent auf 858 Millionen Dollar.
Verkaufserlös finanziert Aktienrückkäufe
Disney verkauft seinen 50-Prozent-Anteil an A+E Global Media an Co-Eigentümer Hearst und will die Erlöse von rund 1,2 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe stecken. Damit steigt das Rückkaufvolumen für das laufende Geschäftsjahr auf mindestens 9 Milliarden Dollar. CEO Josh D’Amaro, seit März im Amt, kündigte parallel Kosteneinsparungen und einen möglichen Stellenabbau an.
Abseits der Bilanz vereinbarte Disney mit TikTok einen Deal, der Creators erlaubt, Figuren und Szenen aus Disney-Filmen und -Serien in Kurzvideos zu nutzen — die erste Vereinbarung dieser Art zwischen der Plattform und einem traditionellen Medienkonzern.
Für das vierte Quartal rechnet Disney mit einem operativen Segmentergebnis von 4,9 Milliarden Dollar, getragen von anhaltend gutem Wachstum im Park-Geschäft. Die schwache Kinokasse der Realverfilmung von „Moana“ dürfte das Ergebnis der Entertainment-Sparte allerdings belasten.
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