Walmart greift Amazon mit neuem Liefermodell an!

Walmart erprobt die Lagerung von Marketplace-Produkten in Filialen, um Lieferzeiten zu verkürzen und Amazon herauszufordern. Das Pilotprojekt läuft in Dallas.

Auf einen Blick:
  • Walmart nutzt Lagerräume in Filialen für schnellere Lieferung
  • Marketplace-Geschäft wächst um 20 Prozent jährlich
  • Amazons Marktführerschaft im Online-Handel wird herausgefordert
  • Begrenzte Lagerflächen könnten Expansion einschränken

Amazon bekommt neue Konkurrenz im Kampf um schnelle Lieferzeiten. Walmart testet laut einem Bericht der Financial Times vom Sonntag ein neues Modell, bei dem Produkte von Drittanbietern direkt in den Lagerräumen der Filialen aufbewahrt werden. Dies könnte in einigen Fällen eine Lieferung am selben Tag ermöglichen. Das Pilotprojekt läuft derzeit in mehreren Filialen im Raum Dallas, einem Markt, den Walmart häufig für neue Initiativen nutzt.

Die Strategie zielt darauf ab, die Lieferzeiten zu verkürzen. Während Bestellungen aus Walmart-Lagern üblicherweise innerhalb von ein bis zwei Tagen ankommen, dauern direkte Lieferungen von Verkäufern oft länger. Walmart bietet über seinen Online-Marktplatz rund 500 Millionen Produkte von externen Händlern an, die bis zum Verkauf Eigentümer der Waren bleiben und Provisionen sowie Versandgebühren zahlen.

Automatisierung schafft Raum für neue Ansätze

Möglich wird das neue Modell durch jüngste Verbesserungen in der Lieferkette. Walmart hat seine Lageroperationen automatisiert, sodass Waren bereits vorsortiert in den Filialen ankommen. Dies schafft zusätzlichen Platz in den hinteren Bereichen der Geschäfte. Künstliche Intelligenz entscheidet dabei, welche Marketplace-Produkte basierend auf der lokalen Nachfrage in welcher Filiale gelagert werden sollen.

Die Führung von Walmart sieht in dem dichten Netz an Filialen einen entscheidenden Vorteil im E-Commerce-Geschäft. Standorte in Kundennähe können als Lieferzentren fungieren. Das Unternehmen gibt an, dass mehr als ein Drittel der online bestellten und aus Filialen versandten Waren in unter drei Stunden beim Kunden ankommen.

Marketplace wächst schnell, bleibt aber kleiner

Das Marketplace-Geschäft von Walmart ist deutlich kleiner als das von Amazon, wächst jedoch rasant. Finanzvorstand John David Rainey erklärte vergangene Woche, dass die Einnahmen aus dem Marktplatz um etwa 20 Prozent pro Jahr steigen. Analysten sehen in der Nähe zu den Kunden einen möglichen Vorteil für schnellere Lieferungen, weisen jedoch darauf hin, dass begrenzte Lagerflächen in den Filialen die Ausweitung des Modells einschränken könnten.

Für Amazon dürfte die Entwicklung interessant sein. Der Konzern dominiert weiterhin den Online-Handel, doch Walmarts Vorstoß zeigt, wie physische Präsenz im Wettbewerb um Liefergeschwindigkeit zum Faktor werden kann. Welche Auswirkungen das neue Modell langfristig auf die Marktanteile haben wird, lässt sich derzeit noch nicht absehen.

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