John Furner war zum ersten Mal in Indien. Der Walmart-CEO flog nach Bengaluru, traf das Flipkart-Team und brachte eine klare Botschaft mit: kein Börsengang, nicht jetzt, vielleicht nicht mal in absehbarer Zeit. Erst Profitabilität, dann Kapitalmarkt.
Profitabilität vor Börsenglanz
Konkret soll Flipkart bis Ende des laufenden Geschäftsjahres 2027 EBITDA-Breakeven erreichen. Solange das nicht passiert, liegt der IPO auf Eis, und zwar vollständig: keine Pre-IPO-Finanzierungsrunde, kein frisches Kapital vom Markt. So berichten es Insider gegenüber Moneycontrol.
Für Walmart ist das bereits die zweite Indien-Notierung, die sich verzögert. PhonePe wartet ebenfalls noch auf seinen Gang an die Börse, obwohl der US-Konzern dort 71,8 Prozent hält. Bei Flipkart sind es über 80 Prozent. Beides zusammen wäre an indischen Börsen Milliarden wert, aber Walmart hat offenbar keine Eile.
Walmart Inc. Aktie Chart
Warum das Kalkül aufgeht
Man kann das als Schwäche lesen, als Eingeständnis, dass Flipkart noch nicht reif für die öffentlichen Märkte ist. Oder man liest es als das, was es wohl eher ist: ein Konzern, der gelernt hat, dass ein verfrühter IPO mehr kaputt macht als ein verspäteter. Der Druck eines börsennotierten Unternehmens auf ein Geschäft, das noch wächst und noch verbrennt, ist selten hilfreich.
UBS bleibt unbeeindruckt
Analyst Michael Lasser von UBS jedenfalls schert sich darum nicht groß. Die Bank bekräftigt ihre Kaufempfehlung für die Walmart-Aktie, Kursziel weiterhin 147 US-Dollar. Flipkart-IPO hin oder her, die Walmart-Geschichte läuft für Lasser eben über andere Treiber.
Ob das Kursziel hält, wird sich zeigen. Aber die Logik dahinter ist zumindest konsequent: Wer auf Walmart setzt, setzt auf den US-Kernmarkt, nicht auf Bengaluru.
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