Die Entscheidung steht unmittelbar bevor und könnte für Walmart richtig teuer werden. Indiens oberstes Gericht verkündet gestern sein Urteil darüber, ob auf den 1,6 Milliarden Dollar schweren Anteilsverkauf von Tiger Global an Walmart im Jahr 2018 Steuern fällig werden. Die Investmentfirma hatte damals ihre 17-Prozent-Beteiligung an Flipkart über Einheiten in Mauritius abgewickelt und dabei das Steuerabkommen zwischen Indien und Mauritius genutzt.
Indische Steuerbehörden sehen das ganz anders. Sie argumentieren, die Mauritius-Einheiten seien nur ein Durchlaufposten für Tiger Global USA gewesen. Damit wäre die Steuerbefreiung hinfällig. Tiger Global wehrt sich vehement gegen diese Darstellung und beruft sich auf das bestehende Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung.
Die bisherige Instanz, der Delhi High Court, hatte zugunsten von Tiger Global entschieden. Doch die Steuerbehörden gingen in Berufung und landeten beim Supreme Court.
Ein Urteil mit Signalwirkung für ausländische Investoren
Mukesh Butani von der indischen Anwaltskanzlei BMR Legal bringt es auf den Punkt. Das Urteil werde voraussichtlich die Auslegung von Steuerabkommen neu definieren. Ausländische Investoren beobachten den Fall mit größter Aufmerksamkeit, denn es geht um weit mehr als nur diesen einen Deal.
Walmart hatte Flipkart 2018 für insgesamt 16 Milliarden Dollar übernommen und tritt seitdem gegen Amazon im boomenden indischen E-Commerce-Markt an. Der Konzern selbst hat sich bislang nicht zu dem Steuerstreit geäußert.
Für internationale Konzerne könnte die Entscheidung weitreichende Konsequenzen haben. Indien zeigt damit deutlich, dass es gewillt ist, bei grenzüberschreitenden Deals genauer hinzuschauen. Die Zeit der unkomplizierten Steuergestaltung über Drittländer scheint vorbei zu sein.
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