Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat am Donnerstag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Während der Konzern beim Umsatz und beim Gewinn pro Aktie die Erwartungen übertraf, sorgte das langsamste Wachstum im US-Heimgeschäft seit sechs Jahren für Verunsicherung am Markt. Dennoch zeigte sich das Management für das Gesamtjahr optimistischer und hob die Prognose an.
Starke Erlöse treffen auf bremsende US-Verkäufe
Im abgelaufenen Quartal steigerte Walmart seinen Gesamtumsatz auf 187,94 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 177,40 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 0,81 US-Dollar deutlich über den Prognosen der Analysten, die im Schnitt mit 0,74 US-Dollar gerechnet hatten.
Ein wesentlicher Treiber für dieses Ergebnis war das globale E-Commerce-Geschäft, das um 23 % zulegte. Besonders stark wuchs zudem das Werbegeschäft mit einem Plus von 38 %.
Sorgen bereiteten den Anlegern jedoch die flächenbereinigten Umsätze in den USA. Diese stiegen ohne Berücksichtigung von Treibstoffen lediglich um 2,6 %. Dies stellt die schwächste Wachstumsrate in diesem Segment seit mehr als sechs Jahren dar.
Laut Unternehmensangaben war dieser Dämpfer primär auf Preisdruck im Apothekengeschäft zurückzuführen, wo staatlich geführte Verhandlungen über Medikamentenpreise die Erlöse im Bereich Health & Wellness belasteten.
Optimistischer Ausblick und strategische Investitionen
Trotz der Verlangsamung im US-Kerngeschäft hob Walmart seine Ziele für das gesamte Geschäftsjahr an. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 4 % und 5 %, nachdem zuvor 3,5 % bis 4,5 % in Aussicht gestellt worden waren. Das operative Ergebnis soll um bis zu 8,5 % steigen.
Für Zuversicht sorgen unter anderem erhaltene Zollrückerstattungen in Höhe von rund 2,9 Milliarden US-Dollar. CFO John David Rainey erklärte gegenüber CNBC, dass diese Mittel genutzt werden sollen, um die Preise für Kunden im dritten Quartal weiter zu senken.
Parallel dazu treibt der Konzern seine digitale Transformation voran. Vor Kurzem wurde die Übernahme der Werbeplattform Vibe.co abgeschlossen. Medienberichten zufolge belief sich der Kaufpreis auf 1,4 Milliarden US-Dollar.
Die Plattform soll Walmart Connect dabei unterstützen, Werbeplätze im Bereich Streaming-TV effizienter zu vermarkten. Ein weiterer Fokus liegt auf künstlicher Intelligenz: Kunden, die den hauseigenen Assistenten Sparky nutzen, geben laut Unternehmensdaten pro Bestellung rund 40 % mehr aus als der Durchschnitt.
Dividendenrekord und Analystenreaktionen
Walmart unterstreicht seine Rolle als verlässlicher Dividendenzahler und erhöhte die quartalssumme um 5,3 % auf 0,2475 US-Dollar je Aktie. Damit setzt der Konzern seine 26 Jahre währende Serie von jährlichen Erhöhungen fort.
Die jährliche Ausschüttung steigt damit auf 0,99 US-Dollar. Zudem verwies das Unternehmen auf sein im Februar genehmigte Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 30 Milliarden US-Dollar, von dem noch über 28 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stehen.
Am Aktienmarkt reagierten Investoren dennoch skeptisch auf die Wachstumszahlen der US-Märkte. Innerhalb der letzten sieben Tage verlor das Papier 11 % an Wert. Analysten passten daraufhin gestern ihre Kursziele an. Christopher Horvers von JPMorgan bestätigte zwar seine Einstufung auf „Overweight“, senkte jedoch das Kursziel von 137 auf 125 US-Dollar.
Peter Benedict von Baird blieb bei seiner Einstufung „Outperform“, reduzierte das Ziel jedoch auf 120 US-Dollar. Ein optimistisches Signal kam von Freedom Broker, wo die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft wurde.
Der Schlusskurs am Freitag lag bei 88,63 €. Nach den jüngsten Kursabgaben notiert der Titel nun 24 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für das kommende dritte Quartal erwartet Walmart einen bereinigten Gewinn zwischen 0,62 und 0,64 US-Dollar pro Aktie, während für das Gesamtjahr ein EPS von bis zu 2,87 US-Dollar angestrebt wird.
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