Wacker Chemie zieht sich weiter von seinem Halbleiter-Engagement zurück. Der Münchner Chemiekonzern hat seinen Anteil am Wafer-Hersteller Siltronic von zuvor 21,67 Prozent auf rund 15 Prozent reduziert. Rund 2,2 Millionen Aktien wechselten im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens den Besitzer.
Abschlag zum Schlusskurs
Der Platzierungspreis lag bei 77,25 Euro je Aktie — spürbar unter dem vorangegangenen Xetra-Schlusskurs von 82,75 Euro. Solche Abschläge sind bei beschleunigten Platzierungen üblich, um institutionelle Käufer schnell an Bord zu holen. Wacker Chemie fließt aus dem Verkauf ein Bruttoerlös von rund 171 Millionen Euro zu.
Die Aktien gingen ausschließlich an qualifizierte und internationale institutionelle Anleger. Konzernchef Christian Hartel begründete den Schritt mit der Stärkung der Finanzlage und zusätzlichem Spielraum für künftiges Wachstum — bei gleichzeitiger Betonung, dass man mit der Entwicklung von Siltronic weiterhin zufrieden sei und die Strategie des Wafer-Herstellers unterstütze.
Bindung für 90 Tage
Wacker bleibt mit rund 15 Prozent weiterhin ein bedeutender Anteilseigner von Siltronic. Für die kommenden 90 Tage hat sich der Konzern verpflichtet, keine weiteren Anteile abzugeben — Ausnahmen und eine mögliche Befreiung von dieser Sperrfrist bleiben vorbehalten. Rothschild & Co begleitete die Transaktion als Finanzberater.
Der Schritt reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen, mit denen Wacker Chemie seine Bilanz entlastet und Kapital für strategische Prioritäten freisetzt. Die freigewordenen Mittel sollen dem Konzern zusätzlichen finanziellen Spielraum verschaffen, ohne dass die Beteiligung an Siltronic vollständig aufgegeben wird.
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