Ein Jahresverlust von 805 Millionen Euro, gestrichene Dividende und kein Licht am Ende des Markttunnels – und dennoch schießt die Wacker-Chemie-Aktie heute um neun Prozent nach oben. Was steckt dahinter?
Der Kursanstieg erklärt sich weniger durch gute Nachrichten als durch einen Ausblick, der nicht so schlecht ausfiel wie befürchtet. Das Jahresergebnis 2025 war schwer belastet: Neben dem operativen Einbruch drückten rund 600 Millionen Euro an Wertberichtigungen auf die Bilanz. Darunter eine Abschreibung von 308 Millionen Euro auf die Beteiligung am Chiphersteller Siltronic, 194 Millionen Euro auf nicht mehr verwertbare Steuererstattungsansprüche sowie 89 Millionen Euro auf Firmenwertabschreibungen aus der Akquisition von ADL Biopharma in Spanien. Der Umsatz sank 2025 um rund vier Prozent auf 5,49 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) brach um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein.
Wo der Druck am stärksten war
Besonders das Polysilizium-Geschäft litt erheblich: Das EBITDA der Sparte halbierte sich, da die Nachfrage nach Solarqualitäts-Polysilizium einbrach. Die Polymer-Sparte büßte 19 Prozent ein – hauptsächlich wegen der anhaltenden Bauschwäche in China und Westeuropa. Die Biosolutions-Sparte schrumpfte von 35 auf 21 Millionen Euro EBITDA. Einzig das Silikon-Geschäft hielt sich weitgehend stabil.
Hinzu kamen strukturelle Belastungen: hohe Energiekosten in Deutschland, niedrigere Auslastung der Produktionsanlagen und negative Währungseffekte. Für 2026 kommt erschwerend hinzu, dass der CO₂-Kompensationsvorteil von rund 160 Millionen Euro im Vorjahr auf etwa 70 Millionen Euro sinken dürfte – ein Gegenwind von rund 90 Millionen Euro, der im Ausblick des Unternehmens kaum explizit erwähnt wird.
Der Ausblick: Bescheidenes Plus, viele Fragezeichen
Für 2026 rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie einem EBITDA zwischen 550 und 700 Millionen Euro. Das liegt nahe am Analystenkonsens von rund 614 Millionen Euro – was die positive Marktreaktion erklärt. Das Sparpaket PACE, das im Herbst 2025 gestartet wurde, soll 2026 bereits 200 Millionen Euro an Bruttoeinsparungen bringen und bis 2027 auf über 300 Millionen Euro jährlich anwachsen. Mehr als 1.500 Stellen sollen bis Ende 2027 wegfallen, der Großteil davon in Deutschland.
Wacker Chemie AG Aktie Chart
Fürs erste Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz von rund 1,35 Milliarden Euro – bedingt durch Währungsgegenwind etwas unter Vorjahr. Das EBITDA soll dagegen bei 140 bis 160 Millionen Euro liegen, was deutlich über dem Vorjahresniveau liegt und darauf hindeutet, dass die Kosteneinsparungen früher greifen als erwartet.
Jefferies hält die Aktie weiterhin bei „Hold“ mit einem Kursziel von 63 Euro. Dass der Kurs heute bei rund 74,70 Euro notiert, zeigt: Der Markt preist offenbar etwas mehr Optimismus ein als die Analysten. Ob das gerechtfertigt ist, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Nachfrage in den schwachen Sparten erholt.
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