Vulcan Energy treibt sein Lithium- und Geothermieprojekt Lionheart in der Pfalz weiter voran, während der Aufsichtsrat personell gestärkt wird. Die Aktie des Unternehmens schloss am Montag bei 1,75 Euro, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vortag.
Erfahrene Managerin verstärkt den Aufsichtsrat
Vor gut einer Woche hat Vulcan Energy Amanda Lacaze als unabhängige Non-Executive Director in den Aufsichtsrat berufen. Lacaze gilt als eine der angesehensten Führungspersönlichkeiten der australischen Bergbau- und Rohstoffbranche und wurde vor allem durch ihre Leitung von Lynas Rare Earths bekannt.
Für Vulcan Energy, das sich selbst als künftigen Lithiumproduzenten für die Batterieindustrie mit einer vollständig integrierten europäischen Lieferkette auf Basis der Direct-Lithium-Extraction-Technologie positioniert, ist die Personalie ein Signal an den Kapitalmarkt: Das Unternehmen sucht Expertise aus dem Bereich kritischer Rohstoffe, um den Übergang von der Bau- in die Produktionsphase zu begleiten.
Die Berufung folgt auf eine Phase, in der Vulcan Energy zentrale Finanzierungs- und Bauetappen erreicht hat. Vor über einem Monat vermeldete das Unternehmen den Financial Close für das Phase-Eins-Finanzierungspaket des Lionheart-Projekts über 2,2 Milliarden Euro, getragen von industriellen Partnern, Geschäftsbanken wie ABN AMRO, UniCredit und BNP Paribas sowie der Europäischen Investitionsbank mit bis zu 250 Millionen Euro.
Seither hat sich der Kurs um 9,0 Prozent zurückgezogen – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Finanzierungsnachricht längst eingepreist hat und nun auf operative Fortschritte wartet.
Baustelle in Landau nimmt Fahrt auf
Genau hier setzt die jüngste operative Meldung an: Vulcan Energy hat mit dem Tiefbau am 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk Lionheart in Landau begonnen. Das Kraftwerk soll über eine geplante Lebensdauer von rund 30 Jahren sowohl Lithiumhydroxid als auch grundlastfähigen Strom liefern und bildet damit das Herzstück der integrierten Strategie des Unternehmens.
Parallel dazu hat Vulcan einen sechsten Produktionsbrunnen fertiggestellt und mit den Bohrarbeiten an einem siebten begonnen. Auch bei der Verbindungspipeline und der Stromnetzanbindung laufen die Arbeiten an Abschnitt eins bereits.
Ergänzt wird der Baufortschritt durch bereits bekannte Vertragsabschlüsse: Der Baukonzern HOCHTIEF ist als Ankerinvestor eingestiegen, dessen Chief Strategy Officer Roberto Gallardo sitzt inzwischen im Vulcan-Board.
Siemens sicherte sich zudem einen umfangreichen Lieferauftrag für Engineering-, Automatisierungs- und Telekommunikationssysteme des Projekts – ebenso wie der vor rund zwei Wochen vermeldete Rohrleitungsauftrag, nach dem sich der Kurs um 6,6 Prozent abschwächte.
Einordnung für Anleger
Die Kombination aus gesicherter Finanzierung, fortschreitendem Bau und einer prominenten Personalie im Aufsichtsrat zeichnet das Bild eines Unternehmens, das operativ liefert, während der Aktienkurs unter dem Druck allgemeiner Marktzurückhaltung steht.
Mit einem Abstand von 2,4 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt bewegt sich das Papier derzeit nahe seinem kurzfristigen Mittelwert, was auf eine gewisse Stabilisierung nach den vorangegangenen Rückgängen hindeutet. Für Investoren bleibt entscheidend, ob sich der nun sichtbare Baufortschritt in den kommenden Quartalen in belastbare Zeitpläne bis zur angestrebten Erstproduktion übersetzt.
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