Vulcan Energy-Aktie: Das setzt ihr wohl so zu!

Die Aktie von Vulcan Energy markierte einen neuen Tiefpunkt, trotz Fortschritten im Projekt „Lionheart“ am Oberrheingraben. Die Preisentwicklung bei Lithium ist offenbar das Problem.

Auf einen Blick:
  • Die Vulcan-Aktie hat mit 0,65 Euro am Mittwochmorgen einen Tiefpunkt erreicht
  • Dabei zeigte man sich im Quartalsbericht sehr optimistisch, man liege auf Kurs
  • Doch der Preis für Lithiumcarbonat fällt nach kurzer Erholung immer tiefer
  • Wackelt das Projekt „Lionheart“ schon bevor es 2028 an den Start geht?

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von Vulcan Energy Resources befindet sich in einem offenbar unaufhaltsamen Niedergang. Nachdem am Ende der vergangenen Woche wieder etwas Hoffnung aufkeimte, als die Papiere des australisch-deutschen Lithiumkonzerns sich von 0,66 Euro wieder auf 0,88 Euro verbesserten, rutschten sie in der Folge wieder ab. Am Mittwoch im frühen Handel in Frankfurt erreichten sie bei 0,65 Euro gar ein neues Rekordtief. Und das, obwohl laut dem Quartalsbericht von Ende Oktober offenbar alles nach Plan läuft. Es scheint, als ob die Preisentwicklung von Lithiumcarbonat dem Unternehmen derart zusetzt.

Lithium-Preis fällt, Vulcan-Aktie geht unter

Denn laut tradingeconomics.com waren die Preise für Lithiumcarbonat in China im Oktober erstmals seit fast zehn Monaten auf weniger als 100.000 CNY je Tonne gefallen, zogen gegen Monatsende aber wieder etwas an, was auch die leichte Erholung bei der Vulcan-Aktie zumindest mit erklärte. Das ist vorbei. Von 100.050 CNY am 28. Oktober ist der Kurs auf aktuell 92.850 CNY gefallen, so wenig wurde für den Rohstoff seit Dezember 2025 nicht bezahlt.

Das könnte Vulcan Energy, das erstmals 2028 mit der kommerziellen Lithiumproduktion am Oberrheingraben beginnen will, das Geschäftsmodell verhageln, bevor das Projekt „Lionheart“ überhaupt begonnen hat: Das Unternehmen will Lithium aus heißem Thermalwasser gewinnen, das von Geothermieanlagen aus tiefen Gesteinsschichten an die Oberfläche gepumpt wird.

  • Gleichzeitig soll Erdwärme zur CO2-freien Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden
  • Bislang allerding produziert Vulcan Energy Lithium lediglich in Demonstrationsanlagen

Vulcan Energy sieht sich auf Kurs

Damit allerdings liegt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Kurs. „Unser Vorzeigeprojekt Lionheart schreitet planmäßig voran“, sagte Cris Moreno, Geschäftsführer und CEO von Vulcan Energy, bei der Vorlage des Quartalsberichts am 30. Oktober. Im Laufe des Quartals habe man nicht nur die Baufortschritte von Lionheart unter Beweis stellen können, sondern mit den jüngsten Bohrlochtestergebnissen auch das Risiko des Feldentwicklungsplans deutlich reduziert. „Zudem haben wir unsere bestehenden Produktionsanlagen erfolgreich weiterbetrieben, um die Anforderungen der Projektfinanzierung und anderer Stakeholder zu erfüllen“, so der CEO.

Vulcan betreibt Moreno zufolge seit November 2025 vier Bohrungen, zwei kommerzielle Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sowie zwei Demonstrationsanlagen mit Ausrüstung im industriellen Maßstab. Lionheart werde die größere Version des bestehenden Betriebs sein, der bereits die gesamte Lithium-Lieferkette abdecke. Im Berichtszeitraum habe Vulcan Energy „die Risiken seines Vorzeigeprojekts weiter minimiert und dessen Entwicklung vorangetrieben“, ließ man wissen. „Bohrungen und Bauarbeiten verlaufen planmäßig und im Rahmen des Budgets.“

Fördermittel vom Bund abgerufen

Dies sei ein weiterer Schritt zur Umsetzung des Finanzierungs- und Entwicklungsplans für Lionheart, heißt es. Nach Quartalsende wurde demnach die Testphase der siebten Lionheart-Bohrung abgeschlossen. Dies lieferte eine direkte Feldvalidierung der Matrixinjektion und sei „ein wichtiger Beleg für das Basisszenario der Produktion“.

Die ersten Bedingungen für die Inanspruchnahme von strategischem Eigenkapital und Fördermitteln im Rahmen des 2,2 Milliarden Euro schweren Lionheart-Finanzierungspakets wurden damit erfüllt.

  • Konkret hatte Vulcan im Berichtszeitraum die erste und zweite strategische Eigenkapitaleinlage in Höhe von 53,7 Millionen Euro erhalten
  • In diesem Zeitraum wurden darüber hinaus Tranchen von Bundesfördergeldern in Höhe von insgesamt 10,7 Millionen Euro ausgezahlt

Vulcan mit gut 209 Millionen Euro Liquidität

Diese stammen dem Bericht zufolge aus Vulcans Bundesförderung in Höhe von 104 Millionen Euro im Rahmen des EU-Krisen- und Übergangsrahmens sowie aus einer Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen des Programms „Effiziente Wärmenetze“ (BEW). Die liquiden Mittel des Unternehmens zuzüglich Einlagen beliefen sich zum 30. September demnach auf 209,4 Millionen Euro.

Beruhigen konnte das die Anleger bislang nicht. Die Aktie hat seit ihrem Zwischenhoch, ausgebildet am 11. November 2025 bei einem Kurs von 3,23 Euro, nicht weniger als 80 Prozent ihres Werts eingebüßt.

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