Netzknoten im Industriepark Höchst betriebsbereit
Für die geplante industrielle Lithiumanlage von Vulcan Energy im Industriepark Höchst ist ein wichtiger Infrastrukturschritt vollzogen. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat gestern den neuen Netzknoten FWH Süd in Betrieb genommen. Die Anlage umfasst drei Umspannanlagen und sichert die Energieversorgung für anstehende Industrieprojekte am Standort ab.
Laut Joachim Kreysing, Geschäftsführer des Standortbetreibers Infraserv Höchst, wäre die Realisierung des Lithiumprojekts ohne diesen leistungsfähigen Netzanschluss nicht denkbar gewesen. Vulcan Energy beabsichtigt, dort die Weiterverarbeitung zu batteriegradigem Lithiumhydroxid-Monohydrat anzusiedeln.
Vorgesehen ist eine Kapazität von bis zu 24.000 Tonnen des Batterierohstoffs pro Jahr. Dieses Volumen reicht rechnerisch für die Ausstattung von rund 500.000 Elektrofahrzeugen aus. Der Produktionsstart am hessischen Standort ist für 2028 geplant.
Unabhängigkeit von chinesischer Technologie
Die Konversionsanlage in Frankfurt bildet den abschließenden Veredelungsschritt für das im Oberrheintal gelegene Projekt Lionheart. Dieses verbindet die Gewinnung geothermischer Energie mit der direkten Lithiumextraktion aus heißer Tiefensohle. Das Unternehmen setzt dabei auf ein eigenes Adsorptionsmittel namens VULSORB, das die Lithium-Ionen selektiv aus der Sole bindet.
Mit diesem technischen Ansatz zielt Vulcan auf eine eigenständige europäische Lieferkette ab. China dominiert die weltweite Technologie zur direkten Lithiumextraktion und unterwarf entsprechende Anlagen Anfang letzten Jahres strengen Exportkontrollen sowie Lizenzregeln.
Vor diesem Hintergrund stuft Vulcan das eigene Verfahren als eine der wenigen bankfähigen Alternativen außerhalb Chinas ein, um die heimische Batterie- und Automobilindustrie mit lokal geförderten Rohstoffen zu versorgen.
Gegenwind im Rohstoffsektor
Trotz des operativen Fortschritts bei der Standortanbindung bleibt das Umfeld an den Finanzmärkten herausfordernd. Der gesamte Lithiumsektor leidet unter dem Rückgang der Rohstoffpreise, nachdem die Notierungen für Lithiumcarbonat nach ihren zwischenzeitlichen Zwischenhochs wieder nachgegeben haben. Dies belastet auch die Notierung des im australischen Leitindex S&P/ASX 200 geführten Unternehmens.
Am heutigen Handelstag verzeichnete das Papier einen Rückgang um 6,2 Prozent auf 1,21 Euro. Seit dem Jahresanfang summiert sich der Kursverlust damit auf 53 Prozent. Für Investoren rückt nun der kommende Monat in den Fokus: Im Oktober legt Vulcan Energy den nächsten Quartalsbericht vor, der Details zum Bauzeitplan sowie den Abgleich der tatsächlichen Ausgaben mit dem Projektbudget enthalten soll.
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