Vulcan Energy hat für sein deutsches Lithiumprojekt Lionheart eine zweite Produktionslizenz erhalten. Die Genehmigung für das Feld Ilka ist am Freitag erteilt worden und gilt sechs Jahre, bis zum 9. September 2032. Damit verfügt das Unternehmen nun über zwei der für Lionheart benötigten Förderlizenzen.
Zwei Lizenzen, ein Projekt
Die Ilka-Lizenz ergänzt eine bereits zuvor erteilte Genehmigung und ist ein weiterer Baustein für die geplante Lithiumproduktion im Oberrheingraben. Vulcan Energy verfolgt dort ein Konzept zur Gewinnung von Lithium aus geothermalem Wasser, das mit der Stromerzeugung aus Erdwärme kombiniert werden soll. Der Ausbau der Lizenzbasis ist Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen die für Lionheart geplanten Fördermengen tatsächlich heben kann.
Parallel zur operativen Entwicklung hat Vulcan Energy sein Führungsgremium umgebaut. Am vergangenen Samstag übernahm Angus Barker das Amt des Non-Executive Chair. Firmengründer Francis Wedin wechselt in eine eigens geschaffene Founder-Rolle, in der er sich künftig auf das Wachstumsportfolio und die Geschäftsentwicklung konzentrieren soll.
Ergänzt wird das Gremium durch Amanda Lacaze, die seit dem 17. August als unabhängiges nicht geschäftsführendes Vorstandsmitglied fungiert; sie war zuvor Geschäftsführerin und Chefin von Lynas Rare Earths.
Kapitalintensives zweites Standbein
Neben Lionheart treibt Vulcan Energy mit Projekt Ludwig ein zweites deutsches Lithiumvorhaben voran. Die Vorstudie dafür ist vor rund zwei Wochen abgeschlossen worden und weist ein Investitionsvolumen von 1,26 Milliarden Euro aus, bei einer geplanten Jahresproduktion von 21.100 Tonnen Lithiumcarbonat.
Der ausgewiesene Kapitalwert nach Steuern liegt bei 1,73 Milliarden Euro, die interne Verzinsung bei 20,2 Prozent, die Betriebskosten werden mit 4.101 Euro pro Tonne angegeben.
Wie kapitalintensiv die Bauphase bereits jetzt ist, zeigen die Zahlen zum ersten Halbjahr: Allein im zweiten Quartal flossen 92 Millionen Euro in die Entwicklung, seit Jahresbeginn summiert sich der Betrag auf 168 Millionen Euro.
Das Geld fließt vor allem in Bau und Beschaffung für Lionheart – ein Hinweis darauf, dass sich Vulcan Energy in einer Phase befindet, in der operative Fortschritte auf dem Papier stehen, während die Finanzierungslast weiter wächst.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen bislang keine Wende gebracht. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,50 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Rückgang von 41 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das die operativen Fortschritte bei Lizenzen und Personal bislang nicht auszugleichen vermochte.
Für Anleger bleibt damit die Kernfrage bestehen, ob die zweite Lionheart-Lizenz und die neue Führungsstruktur ausreichen, um das Vertrauen in die Finanzierbarkeit der beiden parallelen Milliardenprojekte zurückzugewinnen. Solange keine konkreten Fortschritte bei der Finanzierung von Ludwig vermeldet werden, dürfte der Markt operative Meilensteine wie die Ilka-Lizenz als notwendig, aber nicht als hinreichend bewerten.
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