Im Oberrheingraben entsteht Europas erste CO2-neutrale Lithium-Lieferkette. Vulcan Energy hat die Finanzierung für sein Großprojekt gesichert, um den europäischen Markt zu versorgen. Jetzt rollen in Frankfurt die Bagger für die zentrale Chemieanlage.
Die kanadische Exportkreditagentur EDC bestätigte Mitte Mai einen Kredit über 232 Millionen US-Dollar. Diese Summe fließt in ein gewaltiges Finanzierungspaket, das Vulcan Energy bereits Ende des vergangenen Jahres schnürte. Insgesamt sammelte der Konzern 2,2 Milliarden Euro ein. Damit steht das Fundament für den Bau der Anlagen.
Bauarbeiten in Frankfurt starten
Das Unternehmen setzt seine Pläne nun in die Tat um. Im April starteten die Bauarbeiten für die zentrale Lithium-Chemieanlage im Frankfurter Industriepark Höchst. Dort wandelt Vulcan künftig Lithiumchlorid durch Elektrolyse in batteriefähiges Lithiumhydroxid um. Die Arbeiten an der Förderanlage in Landau begannen bereits Ende des Vorjahres.
Auch operativ meldet der Konzern Fortschritte. Die fünfte Produktionsbohrung lieferte bei ersten Tests starke Flussraten, während das Team parallel dazu bereits am sechsten Bohrloch arbeitet.
Siemens liefert die Technik
Für die technische Ausstattung holte Vulcan Energy Siemens an Bord. Der Münchner Konzern liefert die komplette Automatisierungs- und Gebäudetechnik für das Projekt. Im Mai bestätigte Vulcan außerdem die Wahl der passenden Elektrolyse-Technologie. Das Unternehmen nutzt künftig das Norscand-Verfahren des Anbieters Nesi. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Vorhaben und befreite die Lithiumproduktion von den üblichen Förderabgaben.
Das Ziel: Ab 2028 soll die kommerzielle Produktion laufen. Die geplante Jahreskapazität liegt bei 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid, was für rund eine halbe Million E-Auto-Batterien reicht. Obendrein liefert das Projekt jährlich 275 Gigawattstunden an erneuerbarem Strom.
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