Vulcan Energy meldet Baufortschritt in Landau. Der Aktienkurs reagiert mit einem neuen Jahrestief.
Am Dienstag fiel die Aktie auf 1,55 Euro, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Aktuell notiert das Papier bei 1,61 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent auf Tagessicht. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 37 Prozent verloren.
Der Kursverfall trifft ausgerechnet in eine Phase, in der Vulcan operativ vorankommt. Am Montag, den 27. Juli 2026, gab das Unternehmen den Start der Hochbauarbeiten am 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk in Landau bekannt. Das Projekt trägt den Namen „Lionheart“.
Von Erdarbeiten zum Hochbau
Bisher liefen am Standort im Oberrheingraben vorbereitende Erdarbeiten. Jetzt beginnt die eigentliche Bausubstanz: Fundamente und Betonarbeiten für die Kraftwerksgebäude und die Prozessanlagen entstehen. Das ist ein sichtbarer Schritt weg von der Planungsphase hin zur physischen Anlage.
Das Werk soll zwei Dinge gleichzeitig liefern: geothermische Grundlastenergie für die Region und hochreines Lithiumchlorid für die Batterieproduktion. Sobald die Anlage läuft, will Vulcan jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat herstellen. Das Material geht direkt in die europäische Batteriekette.
Finanzierung steht, Abrufe folgen Baufortschritt
Der Baustart kommt nicht überraschend. Ende Mai erreichte Vulcan den Financial Close für ein Finanzierungspaket über 2,2 Milliarden Euro. Mitte Juli flossen die ersten strategischen Eigenkapitalmittel.
Das Paket deckt die gesamten Kapitalkosten der ersten Bauphase ab. Es besteht aus einer Mischung von Eigen- und Fremdkapital, mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank und mehrerer Geschäftsbanken. Weitere Abrufe aus dem Paket erfolgen nach Baufortschritt. Das Unternehmen synchronisiert damit seine Ausgaben mit dem tatsächlichen Baustand.
Warum die Aktie trotzdem fällt
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Stimmung unter Anlegern gedrückt. Die Aktie notiert derzeit rund 18 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,97 Euro. Das deutet auf einen anhaltenden Abwärtstrend hin, den auch positive Projektmeldungen bisher nicht stoppen konnten.
Ein Grund für die Zurückhaltung dürfte der Blick auf die Barmittel sein. Am Donnerstag, den 30. Juli 2026, veröffentlicht Vulcan seinen Quartalsbericht für das Junequartal samt Appendix 4C. Der Bericht soll Aufschluss über die Kassenreichweite geben und den Fortschritt der nachgelagerten Lithium-Extraktionsanlage LEOP zeigen.
Das „Lionheart“-Projekt bleibt für Vulcan ein Prestigeprojekt für europäische Rohstoffunabhängigkeit. Mit dem Hochbau in Landau rückt die erste Bauphase in eine sichtbare Etappe. Als nächste Schritte stehen die Errichtung der Kraftwerksgebäude und die Anlieferung der Prozessanlagen an. Das Unternehmen hält an seinem Ziel fest, ab 2028 kommerziell zu produzieren und sich dabei im günstigsten Kostenquartil der globalen Lithiumchemie zu positionieren.
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