Vulcan Energy steigt am Montag um 4,18 Prozent auf 1,62 Euro. Der Kurs erholt sich damit von einem neuen 52-Wochen-Tief bei 1,50 Euro, das die Aktie erst am Donnerstag der Vorwoche markiert hatte. Zwei Nachrichten treiben die Erholung: eine prominente Personalie im Aufsichtsrat und der Baustart am wichtigsten Projekt des Unternehmens.
Amanda Lacaze verstärkt den Aufsichtsrat
Vulcan Energy hat am 2. August die Berufung von Amanda Lacaze zur Non-Executive Director bekanntgegeben. Lacaze ist in der Rohstoffbranche keine Unbekannte. Als frühere CEO von Lynas Rare Earths hat sie das Unternehmen zu einem der größten westlichen Anbieter kritischer Mineralien aufgebaut.
Genau diese Erfahrung beim Aufbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe könnte für Vulcan jetzt wertvoll werden. Das Unternehmen wechselt gerade von der Planungsphase in den Bau seiner Anlagen. Lacaze übernimmt zusätzlich einen Sitz im Audit-, Risiko- und ESG-Ausschuss. Solche Berufungen deuten in kapitalintensiven Bauphasen häufig auf den Wunsch nach mehr Erfahrung bei der Projektumsetzung hin.
Baustart in Landau markiert Meilenstein
Der Kursanstieg vom Montag folgt auf den offiziellen Start der Bauarbeiten am 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk in Landau. Das Unternehmen hatte den nächsten Schritt seines „Lionheart“-Projekts bereits am 27. Juli angekündigt. Aktuell entstehen die Fundamente und Betonarbeiten für die Kraftwerksgebäude.
Die Anlage soll zwei Dinge liefern: erneuerbare Geothermie-Energie und ein Lithiumchlorid-Zwischenprodukt. Vulcan peilt daraus eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat an. Die vorbereitenden Erdarbeiten waren bereits abgeschlossen. Mit dem Baustart beginnt jetzt der eigentliche Aufbau der ersten Ausbauphase.
Kassenlage und ein Großanleger reduziert
Zum Ende des zweiten Quartals hatte Vulcan Energy 193,9 Millionen Euro an frei verfügbaren Zahlungsmitteln in der Kasse. Eine oft zitierte Zahl von 273,9 Millionen Euro schließt zusätzlich gesperrte Sicherheiten und länger laufende Festgelder mit ein – sie ist damit weniger aussagekräftig für die kurzfristige Liquidität.
Auf der Aktionärsseite hat State Street seine Position leicht reduziert. Laut Meldung vom 31. Juli fielen die Stimmrechte der Fondsgesellschaft zum 27. Juli auf 2,95 Prozent. Damit unterschreitet State Street die Meldeschwelle von drei Prozent, bleibt mit über 14,1 Millionen Stimmrechten aber weiterhin ein bedeutender Anteilseigner.
Charttechnik zeigt Erholung von überverkauftem Niveau
Der aktuelle Kurs liegt knapp acht Prozent über dem jüngsten Jahrestief, aber immer noch rund 59 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro vom Oktober 2025. Die Aktie bewegt sich damit weiterhin in einer langfristigen Korrekturphase.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,2 – ein Wert, der auf eine Erholung aus einer nahezu überverkauften Lage hindeutet. Ob Aufsichtsrats-Verstärkung und sichtbarer Baufortschritt ausreichen, um dem Kurs einen stabilen Boden zu geben, entscheidet sich in den kommenden Wochen am Fortschritt der Bauarbeiten in Landau.
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