Vulcan Energy hat einen harten Sommer hinter sich. Die Aktie fiel bis Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 1,60 Euro. Am Montag folgt nun eine Gegenbewegung: Das Papier springt um 3,11 Prozent auf 1,66 Euro.
Zwei Nachrichten stützen die Erholung. Auf der Baustelle in Landau beginnt die nächste Bauphase. Parallel dazu hat Vulcan die Bedingungen für den ersten Abruf aus seinem milliardenschweren Projektkredit erfüllt.
Baustart in Landau markiert nächste Phase
Vulcan Energy meldete am Montag den offiziellen Beginn der Hochbauarbeiten am Lionheart-Geothermiekraftwerk in Landau. Die Erdarbeiten sind abgeschlossen. Jetzt folgen Fundamente und Betonarbeiten für die geplante 30-Megawatt-Anlage.
Auf dem zehn Hektar großen Gelände entsteht zudem die Straßeninfrastruktur. Nach Angaben des Unternehmens ist dieser Schritt Voraussetzung für die nächste Bauphase. Dann sollen Gebäude errichtet und die Prozessanlagen angeliefert werden.
Lionheart bleibt das Kernprojekt der Vulcan-Strategie. Das Werk soll jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat produzieren – gekoppelt an die Stromerzeugung aus Geothermie.
Finanzierung steht, Konsortium liefert erste Tranchen
Der Baufortschritt läuft nicht isoliert. Vulcan hat kürzlich bestätigt, die Bedingungen für den ersten strategischen Abruf aus seinem 2,2 Milliarden Euro schweren Finanzierungspaket erfüllt zu haben. Ein Konsortium aus 13 Kreditgebern trägt diese Struktur, darunter die Europäische Investitionsbank und mehrere Exportkreditagenturen. Der Fremdkapitalrahmen liegt bei rund 1,185 Milliarden Euro.
Die ersten Eigenkapital-Tranchen von strategischen Partnern sind bereits eingegangen. Das sichert die Liquidität für den laufenden Bauplan. Diese finanzielle Absicherung scheint dem Kurs nun einen Boden zu geben – nachdem die Aktie seit Jahresbeginn rund 35 Prozent an Wert verloren hat.
Institutionelle Anleger bauen Position aus
Auch die Aktionärsstruktur bewegt sich. State Street Corporation hat seine Beteiligung an Vulcan Energy aufgestockt und die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten. Laut Meldung hält der US-Vermögensverwalter nun 3,01 Prozent der Anteile, umgerechnet etwa 14,4 Millionen Aktien – zuvor waren es 2,90 Prozent.
Der Kursrutsch der vergangenen Monate bleibt trotzdem sichtbar. Vulcan notiert weiterhin rund 16 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,98 Euro und liegt meilenweit unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro aus dem Oktober 2025.
Der Bau in Landau läuft nun in seiner nächsten Phase, die Finanzierung ist erstmals aktiv abgerufen. Ob das reicht, um den langfristigen Abwärtstrend zu brechen, hängt vom weiteren Baufortschritt und dem nächsten Abruf aus dem Kreditpaket ab.
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