Der größte deutsche Wohnungskonzern steht vor einem wichtigen Termin: Am Mittwoch legt Vonovia SE die Zahlen zum zweiten Quartal vor, Stichtag ist der 30. Juni. Die Erwartungen der Analysten zeichnen ein durchwachsenes Bild – trotz eines leicht steigenden Ergebnisses je Aktie soll der Umsatz kräftig einbrechen.
Was Analysten für das zweite Quartal erwarten
Für das abgelaufene Jahresviertel rechnen Analysten mit einem Gewinn von 0,400 Euro je Aktie, nach 0,380 Euro im Vorjahresquartal – ein moderates Plus also. Beim Umsatz zeichnet sich dagegen ein deutlich anderes Bild ab: Hier gehen die Schätzungen von 874,9 Millionen Euro aus, verglichen mit 1,64 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspräche einem Rückgang von 46,51 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Konsensschätzung bei einem Gewinn von 1,98 Euro je Aktie, nach 4,47 Euro im Vorjahr, während der Jahresumsatz mit 3,54 Milliarden Euro erwartet wird – nach 4,98 Milliarden Euro zuvor. Damit würde sich der auf Quartalsebene erwartete Umsatzrückgang auch für das Gesamtjahr fortsetzen.
Vonovia reiht sich damit in eine dicht gepackte Berichtswoche ein: Am selben Tag öffnen auch Siemens Energy, Infineon und Novo Nordisk ihre Bücher, tags darauf folgen unter anderem die Deutsche Telekom, Siemens und die Commerzbank. Anleger dürften die Vonovia-Zahlen also im Kontext einer breiten Berichtssaison einordnen, in der zuletzt bereits mehrere Schwergewichte für Bewegung sorgten.
Sektorumfeld: Wettbewerber liefert erste Signale
Ein Blick auf den Wohnimmobiliensektor liefert bereits erste Anhaltspunkte für die Branchenlage. Der Wettbewerber LEG Immobilien legte am Dienstag Halbjahreszahlen vor und bestätigte trotz eines Rückgangs beim operativen Ergebnis seine Jahresprognose. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis AFFO sank bei LEG im ersten Halbjahr um 12,7 Prozent auf 110,5 Millionen Euro, während die Nettokaltmiete auf vergleichbarer Fläche um 3,4 Prozent zulegte. Für das Gesamtjahr hält LEG an einer AFFO-Prognose von 220 bis 240 Millionen Euro sowie einem Mietwachstum von 3,8 bis 4,0 Prozent fest. Steigende Investitionen belasteten dabei ausdrücklich das Ergebnis – ein Muster, das auch für andere Wohnungsbestandshalter relevant sein dürfte, wenn am Mittwoch die Vonovia-Zahlen anstehen.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am Aktienmarkt notiert das Papier zuletzt bei 21,56 Euro und legt im heutigen Handel um 0,61 Prozent zu. Der Blick auf die vergangenen Monate zeigt jedoch, wie stark der Titel unter Druck steht: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 12,14 Prozent zu Buche. Immerhin hat sich der Kurs von seinem 52-Wochen-Tief bei 19,53 Euro, markiert am 9. Juni, um 10,39 Prozent nach oben abgesetzt. Vor diesem Hintergrund dürfte der Quartalsbericht am Mittwoch zum entscheidenden Testfall werden: Bestätigen sich die skizzierten Rückgänge bei Umsatz und Jahresausblick, könnte das die jüngste Stabilisierung wieder infrage stellen. Bleiben die Zahlen dagegen im Rahmen der Erwartungen, hätte der Titel eine Basis, um den Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 28,88 Euro aus dem Februar zumindest schrittweise zu verkürzen.
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