Vonovia baut sein Geschäft abseits der klassischen Wohnungsvermietung gezielt aus. Mit der neuen Marke Veveus bündelt der Immobilienkonzern Dienstleistungen für institutionelle Eigentümer und Investoren. Das Angebot reicht vom Investment- und Asset-Management bis zum Property- und Facility-Management.
Vonovia-Aktie: 75.000 Wohnungen bereits für Dritte verwaltet
Ganz neu ist das Geschäft nicht. Vonovia bewirtschaftet bereits rund 75.000 Wohnungen im Auftrag Dritter. Unter Veveus sollen die bislang auf unterschiedliche Bereiche verteilten Kompetenzen nun unter einer eigenen Marke zusammengeführt und weiteren professionellen Immobilieninvestoren angeboten werden.
Für Kunden soll dadurch eine durchgängige Betreuung über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie entstehen. Während Vonovia als Marke weiterhin das Vermietungsgeschäft repräsentiert, richtet sich Veveus gezielt an institutionelle Marktteilnehmer.
Vonovia-Aktie: Drittgeschäft wächst zweistellig
Die wirtschaftliche Entwicklung liefert bereits erste Anhaltspunkte für das Potenzial. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Vonovia im Segment Value-add 79,2 Mio. Euro externe Erlöse. Das entspricht einem Anstieg von 13,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Mit Veveus will der Konzern Schnittstellen für Kunden reduzieren und Skalenvorteile seiner integrierten Immobilienverwaltung stärker kommerzialisieren. Vorstandschef Luka Mucic spricht von einer Grundlage für langfristiges Wachstum außerhalb des klassischen Vermietungsgeschäfts.
Zur Einordnung: Veveus ist Teil einer größeren strategischen Verschiebung bei Vonovia. Bis 2028 sollen die gesamten Non-Rental-Aktivitäten 20 bis 25 % des bereinigten EBITDA ausmachen. Allein für Value-add peilt der Konzern einen Anteil von 9 bis 12 % an.
Damit versucht Vonovia, seine bestehende Größe und Immobilienkompetenz stärker als Dienstleistung zu verkaufen und zusätzliche Erträge zu erwirtschaften, ohne dafür zwingend weitere Wohnungen selbst besitzen zu müssen.
Vonovia-Aktie: Vergesellschaftungs-Debatte in Berlin
Die Vonovia-Aktie steht auf 1-Monats-Sicht mit 9,2 % im Minus – auf 1-Jahres-Sicht ging es gar um 37 % nach unten. Im Fokus steht derzeit auch die Debatte um eine mögliche Vergesellschaftung von Immobilienunternehmen in Berlin. Der Konzern besitzt in der deutschen Hauptstadt rund 130.000 Wohnungen. Bei einer Vergesellschaftung stünden Vonovia wohl hohe Entschädigungszahlungen zu.
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