Vonovia Aktie: Jahrestief trotz Bundeswehr-Vorstoß

Symbolbild, KI-generiert

Der Kurs sank auf 17,08 Euro, während Vonovias mögliche Rolle beim Wohnungsbau für die Bundeswehr noch offen ist.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt zeitweise auf 17,08 Euro
  • Vonovia bietet Wohnungsbau für Soldaten an
  • Verteidigungsministerium hat noch nicht entschieden
  • Vergesellschaftungsdebatte belastet die Aktie

Ein neues Geschäftsfeld sollte eigentlich positive Signale senden. Bei Vonovia bewirkt es derzeit das Gegenteil: Die Aktie ist am Donnerstag auf ein neues Jahrestief gerutscht.

Konzernchef Luka Mucic hatte in Berlin angeboten, Wohnungen für Soldatinnen und Soldaten zu bauen und zu bewirtschaften. Der Hintergrund: In Städten wie Berlin fällt es Bundeswehrangehörigen bei Versetzungen zunehmend schwer, passenden Wohnraum zu finden. Mucic setzt dabei auf seriellen Neubau in bestehenden Wohngebieten – eine Methode, die relativ schnelle Lösungen verspricht.

Neu ist die Idee nicht. Schon Mucics Vorgänger Rolf Buch hatte Vonovia als möglichen Partner für Bau und Betrieb von Soldatensiedlungen ins Gespräch gebracht. Gespräche mit der militärischen Ebene laufen laut Mucic bereits, jetzt liege der Ball beim Verteidigungsministerium.

Der Bedarf ist real: Ende Juli zählte die Bundeswehr knapp 187.000 Soldatinnen und Soldaten, nach neuen Nato-Zielen soll die aktive Truppe künftig auf mindestens 260.000 Männer und Frauen wachsen.

Berlin überschattet die gute Nachricht

An der Börse verpufft der Vorstoß. Die Aktie fiel zeitweise auf 17,08 Euro und damit auf ein neues Jahrestief, zuletzt notierte sie bei 17,20 Euro. Anleger blicken derzeit offenbar weniger auf mögliche neue Mietverträge mit der Bundeswehr als auf die politische Stimmung in Berlin. Das dortige Wahlergebnis hat Sorgen vor einer Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände neu befeuert – ein Thema, das für Vonovia als größten deutschen Immobilienkonzern besonders schwer wiegt.

Der Kursverlauf der vergangenen Monate zeigt, wie sehr dieses Störfeuer den Titel belastet. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als ein Viertel an Wert verloren – trotz eines Managements, das mit dem Bundeswehr-Projekt und anderen Initiativen sichtbar um neue Wachstumsfelder bemüht ist.

Ob sich das Verteidigungsministerium tatsächlich für Vonovia als Bauherrn entscheidet, bleibt offen. Für den Kurs dürfte in den kommenden Wochen ohnehin die politische Debatte um Vergesellschaftung schwerer wiegen als operative Fortschritte im Neubaugeschäft.

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