Die Deutsche Bank stuft Vonovia auf „Buy“ hoch — und setzt damit einen Impuls kurz vor einem entscheidenden Termin. Am 30. Juni präsentiert der Wohnimmobilienkonzern die Neubewertung seines Portfolios. Das Ergebnis könnte die Stimmung für die Aktie in die eine oder andere Richtung kippen.
Hochstufung mit klarer These
Analyst Thomas Rothäusler hebt das Kursziel von 25 auf 26 Euro an und nimmt Vonovia in die Top-Picks auf. Seine Kernthese: Europäische Immobilienaktien haben im ersten Halbjahr underperformt. Stimmung und Bewertung liegen auf Tiefstniveaus. Höhere Zinserwartungen sieht er als weitgehend eingepreist — das Aufwärtspotenzial überwiege nun.
Im Branchenvergleich bevorzugt Rothäusler Wohnimmobilien. Bei Gewerbeimmobilien bleibt er vorsichtiger, sieht aber im Logistikbereich Potenzial für eine Neubewertung.
Andere Häuser sind optimistischer, aber mit breiter Streuung. Goldman Sachs hält ein Kursziel von 34,20 Euro, die Berenberg Bank eines von 34,50 Euro. Bernstein Research bestätigte „Market-Perform“ mit 26,50 Euro — nah am neuen Ziel der Deutschen Bank.
Operatives Fundament hält
Das Mietgeschäft liefert stabile Zahlen. Im ersten Quartal 2026 wuchs die Miete organisch um 4,0 Prozent, die Auslastung lag bei 97,7 Prozent. Das bereinigte EBITDA im Mietsegment stieg um 6,3 Prozent.
Auf der Ergebnisseite drücken höhere Finanzierungskosten. Der bereinigte Gewinn für Aktionäre sank um 7,2 Prozent auf 365,6 Millionen Euro. Für 2026 stehen rund 1,6 Milliarden Euro an Refinanzierung an — steigende Zinsen verteuern dieses Volumen direkt.
Portfoliobewertung als Schlüsseltermin
Zum Ende des ersten Quartals wies Vonovia ein Portfolio von 84,7 Milliarden Euro aus. Der EPRA NTA je Aktie lag bei 46,57 Euro — der aktuelle Kurs von 21,52 Euro entspricht damit einem Abschlag von mehr als 50 Prozent zum Substanzwert.
Höhere Anleiherenditen erhöhen die Diskontierungssätze. Die drücken auf den bilanziellen Wert von Immobilien. Fällt die Portfoliobewertung am 30. Juni deutlich negativ aus, steigt der Loan-to-Value von aktuell 45,1 Prozent spürbar — das belastet die Bilanz. Bestätigt sie das operative Bild, könnte der Abschlag zum Substanzwert zumindest teilweise schrumpfen.
Im Hintergrund bleibt die Zinspolitik ein Risiko. Die EZB hob die Leitzinsen im Juni um 25 Basispunkte an. Die LBBW rechnet bis Ende 2026 mit zwei weiteren Erhöhungen auf einen Einlagensatz von 2,75 Prozent. Für Vonovia wäre das doppelter Gegenwind: höhere Diskontierungssätze und teurere Refinanzierung.
Die Aktie hat zuletzt etwas Boden gutgemacht — ein Wochenplus von 4,21 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von rund 11 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Vonovia ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro an. Ob das trotz des veränderten Zinsumfelds erreichbar bleibt, zeigen die Halbjahresergebnisse im August.
Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 28. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
