Heute fließen 1,25 Euro je Vonovia-Aktie an die Aktionäre — und das mit einem steuerlichen Sondereffekt, der kurz erklärt werden will. Parallel vollzieht der DAX-Konzern einen Führungswechsel im Vorstand. Zwei Nachrichten, die in eine insgesamt schwierige Kursentwicklung fallen.
Steuerfrei ausgeschüttet — vorerst
Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 stammt vollständig aus dem steuerlichen Einlagekonto. Für inländische Aktionäre bedeutet das: keine Abgeltungsteuer, kein Solidaritätszuschlag, keine Kirchensteuer. Die Gutschrift erfolgt heute automatisch auf das Depotkonto.
Der Haken liegt im Detail. Die Ausschüttung ist keine echte Steuerbefreiung, sondern eine Stundung. Jede solche Zahlung mindert die steuerlichen Anschaffungskosten der Aktie — wer später mit Gewinn verkauft, zahlt auf eine entsprechend größere Differenz Kapitalertragsteuer. Die Steuer wird verschoben, nicht erlassen.
Neue CDO mit Energie-Hintergrund
Ab Juni übernimmt Katja Wünschel den Vorstandsposten als Chief Development Officer. Der Aufsichtsrat bestellte sie einstimmig. Sie folgt auf Daniel Riedl, der das Unternehmen Ende Mai im gegenseitigen Einvernehmen verlässt.
Wünschel kommt von RWE Renewables, wo sie zuletzt als CEO für Europa und Australien verantwortlich war. Davor sammelte sie Erfahrung bei E.ON, unter anderem in der Projektentwicklung für Onshore-Windparks. Ihr Profil passt zur erklärten Strategie Vonovias, den Wohnungsbestand energetisch zu sanieren und Energielösungen ins Geschäftsmodell zu integrieren.
Operative Erholung, Kurs dennoch unter Druck
Das adjustierte EBITDA stieg im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent auf 712 Millionen Euro. Bereinigt um einen Phaseneffekt lag das Wachstum bei nahezu 10 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Vonovia ein Adjusted EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro an.
Der Schuldenabbau schreitet voran, bleibt aber das zentrale Thema. Der Loan-to-Value liegt bei 45,1 Prozent, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA bei 13,7x.
Der Kurs spiegelt die Erholung bislang nicht wider. Mit 21,69 Euro notiert die Aktie rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 30,16 Euro und damit auch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 25,04 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus gut 10 Prozent. Die Dividendenzahlung von 1,25 Euro — nach der Ausschüttungspause in der Zinserhöhungsphase 2022 bis 2023 ein klares Signal der Erholung — dürfte den Abschlag heute bereits eingepreist haben.
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