Volvo Cars rutscht im dritten Quartal tief in die roten Zahlen und zieht die Notbremse. Der schwedische Autobauer streicht rund 2.500 Stellen und legt ein zusätzliches Sparprogramm auf. Auslöser sind einbrechende Volumina in China und den USA.
Verlust statt Gewinn
Das bereinigte operative Ergebnis fiel auf minus 3,7 Milliarden Schwedische Kronen, nach einem Gewinn von 5,8 Milliarden im Vorjahr. Inklusive Sonderposten steht ein operativer Verlust von 5,6 Milliarden Kronen zu Buche. Der Umsatz sank auf 66,9 Milliarden Kronen, nach 86,4 Milliarden im Vorjahresquartal. Je Aktie verbuchte Volvo einen Verlust von 1,63 Kronen.
Die Bruttomarge schrumpfte auf 14,7 Prozent, nach 20,4 Prozent. Der Absatz an Endkunden ging um 11 Prozent zurück. Belastend wirkte außerdem eine Abschreibung von 1,1 Milliarden Kronen auf US-Emissionsgutschriften, ausgelöst durch eine rückwirkende Gesetzesänderung.
Der freie Cashflow lag bei minus 8,9 Milliarden Kronen, nach minus 4,3 Milliarden ein Jahr zuvor.
Schwache Märkte, hohe Kosten
In China brach der Umsatz um fast die Hälfte ein. Traditionelle Premiummarken stehen dort unter massivem Preisdruck durch neue chinesische Konkurrenten. In den USA belasten Zölle und der Wegfall von Kaufanreizen für elektrifizierte Fahrzeuge die Margen.
Konzernchef Håkan Samuelsson sprach von einem „sehr enttäuschenden“ Quartal. Der Sanierungsplan brauche eine „entschiedene Verstärkung“. Vorausgangen war bereits Anfang des Monats der Verzicht auf die Jahresziele für Absatz und Cashflow. Weitere Prognosen gibt es für den Rest des Jahres nicht.
Zusätzliche Einsparungen
Zu den bisherigen Programmen kommen weitere 5 Milliarden Kronen bei indirekten und variablen Kosten. Von den 2.500 Stellen entfallen 2.000 auf Schweden. Der Abbau läuft über beendete Beraterverträge, natürliche Fluktuation und gezielte Abfindungsangebote. Bereits 2025 hatte Volvo 3.000 Stellen gestrichen.
Die vollen Effekte sollen Ende 2027 greifen. Dann liegen die indirekten Kosten fast ein Viertel unter dem Niveau von 2024. Parallel will der Konzern die Produktion auf fünf Volvo-eigene Werke konzentrieren und prüft eine Mehrmarkenfertigung mit Geely in Chengdu und Gent.
Lichtblicke gibt es kaum. Der Anteil vollelektrischer Autos stieg auf 32 Prozent der Verkäufe, nach 22 Prozent im Vorjahr. Für den EX60 liegen über 50.000 Bestellungen aus Europa vor, die Produktion läuft allerdings langsamer an als geplant.
Die Aktie steht unter Druck: Sie markierte diese Woche ein Rekordtief und hat seit Jahresbeginn gut die Hälfte ihres Werts verloren. Ob die Sparmaßnahmen das Break-even tatsächlich senken, zeigt sich frühestens, wenn Volvo ab 2027 die vollen Einsparungen ausweist.
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