Vor welchen Herausforderungen steht Volkswagen im laufenden Monat? Der Wolfsburger Konzern steuert auf entscheidende Termine zu, während der Aktienkurs unter Druck steht. In der zweiten Oktoberhälfte beginnen Gespräche mit der IG Metall über die künftige Tarifarchitektur.
Zudem legt das Unternehmen am 29. Oktober die Zwischenbilanz für die ersten neun Monate vor. An der Börse lastet die Unsicherheit auf dem Titel. Am Montag schloss die Aktie bei 68,72 €. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf 34 %.
Vorausgegangen war eine formelle Kündigung der bisherigen Vereinbarungen. Am 30. September kündigte die Volkswagen AG mehrere Haustarifverträge fristgerecht zum 31. Dezember 2026. Der Zukunftstarifvertrag einschließlich der Beschäftigungssicherung ist von diesem Schritt ausdrücklich ausgenommen.
Die bestehenden Regelungen gelten vorerst weiter, um geordnete Verhandlungen zu ermöglichen. Vor gut einer Woche brachte die IG Metall ihre Forderungen in die Diskussion ein.
Partnerschaften für die Batteriezellfertigung
Parallel zu den tarifpolitischen Spannungen treibt der Automobilhersteller strategische Zukunftsprojekte voran. Die Volkswagen Group, PowerCo und Gotion High-Tech vereinbarten am 28. September die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen. Diese Partnerschaften zielen auf die Produktion von Batterie- und Kathodenmaterial in Spanien, der Slowakei und Marokko ab.
Für den Bau einer Zellfabrik im spanischen Valencia bringt der Partner erhebliche Mittel ein. Gotion soll 1,1 Milliarden Euro investieren und dafür 49 Prozent der Anteile erhalten. PowerCo sichert sich mit 51 Prozent weiterhin die Mehrheit an dem Projekt. Sämtliche Vereinbarungen stehen allerdings noch unter behördlichen Genehmigungsvorbehalten.
Das Management versucht mit diesen Kooperationen, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und Kosten bei der Elektrifizierung zu senken. Ergänzend dazu betonte der Konzern in einer offiziellen Erklärung die Bedeutung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückzugewinnen, hängt auch an der Bewältigung kurzfristiger Probleme.
Operativer Gegenwind und Quartalsausblick
Zu den strukturellen Aufgaben gesellen sich spürbare Belastungen aus dem laufenden Betrieb. Medienberichten zufolge startete Volkswagen vor rund zwei Wochen einen weltweiten Rückruf für 2.159.054 Fahrzeuge. Allein auf den Heimatmarkt Deutschland entfallen 895.832 betroffene Autos. Bei den Modellen droht eine Korrosion an der Befestigungsschraube des Lenkgetriebes, deren Bruch zum Ausfall der Lenkung führen kann.
Die kommenden Geschäftszahlen dürften zeigen, wie stark operative Rückschläge und die Kosten der Transformation auf das Konzernergebnis durchschlagen. Der Neunmonatsbericht bildet den nächsten Fixpunkt für die Anleger. Die Zurückhaltung am Markt spiegelt sich im Kurs wider: Das 52-Wochen-Tief der Aktie liegt bei 67,02 €.
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