Volkswagen Aktie: Zukunftsplan 2030 scheitert

Volkswagens Vorzugsaktie fällt auf Jahrestief, nachdem der Aufsichtsrat den Sparplan von CEO Blume gestoppt hat.

Auf einen Blick:
  • Aufsichtsrat stoppt Sanierungsplan von Blume
  • Vorzugsaktie rutscht auf Jahrestief
  • China-Geschäft schwächelt spürbar
  • Analysten senken Kursziele

Ein Sanierungsplan scheitert im Aufsichtsrat. Die Vorzugsaktie von Volkswagen rutscht auf Jahrestief-Niveau. Am Montag könnte ein Telefonkonferenz-Termin zeigen, wie tief die Krise wirklich reicht.

CEO Oliver Blume wollte mit seinem „Zukunftsplan 2030″ radikal umbauen. Werksschließungen in Deutschland, ein Abbau von bis zu 100.000 Stellen — das Kontrollgremium stoppte den Plan am Donnerstag. Nur 7 von 19 anwesenden Aufsichtsräten stimmten dafür.

Charttechnik am Jahrestief

Die Vorzugsaktie schloss den XETRA-Handel am Freitag bei 71,06 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 1,31 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 5,25 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 17,85 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat das Papier 33,03 Prozent verloren. Damit nähert sich die Aktie dem 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, markiert erst am 1. Juli 2026. Vom 200-Tage-Durchschnitt bei 93,78 Euro trennen die Aktie mittlerweile 24,22 Prozent.

Ein Detail sticht heraus: Der Relative-Stärke-Index liegt bei 30,2 — knapp über der Schwelle zum überverkauften Bereich. Das könnte kurzfristig Erholungspotenzial bedeuten. Vorausgesetzt, die Nachrichtenlage verschlechtert sich am Montag nicht weiter.

Machtkampf im Aufsichtsrat

Die Blockade des Sparplans trifft Volkswagen in einer ohnehin angespannten Phase. Das China-Geschäft schwächelt spürbar, Vorabdaten deuten auf einen Absatzeinbruch von über 36 Prozent im zweiten Quartal hin. Genau in dieser Lage verweigert das Land Niedersachsen gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern dem Vorstand die Mehrheit.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer goss am Samstag zusätzlich Öl ins Feuer. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ forderte er die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Sein Argument: Die deutschen Standorte müssen ihre Produktionskosten senken, sonst verliert der Standort im internationalen Wettbewerb weiter an Boden.

Kein Wunder, dass Analysten nervös werden. Erste Häuser haben ihre Kursziele bereits gesenkt. Der Grund: Das Margenziel von 9 Prozent bis 2030 rückt durch die politische Blockade in weite Ferne.

Termine der kommenden Woche

Drei Ereignisse dürften den Kursverlauf in den nächsten Tagen prägen:

  • Montag, 13. Juli 2026: Volkswagen hält zwischen 9 und 10 Uhr einen H1 Pre-Close Conference Call ab. Analysten erwarten Details zur Auslieferungssituation im zweiten Quartal.
  • Wochenverlauf: Weitere Reaktionen von Ratingagenturen werden erwartet, nachdem die Sparplan-Blockade die Margenziele gefährdet.
  • Fokus China: Mögliche neue EU-Zollmaßnahmen gegen chinesische E-Autos könnten Vergeltungsschritte Pekings provozieren — mit direkten Folgen für Volkswagens wichtigsten Absatzmarkt.

Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei 34,72 Milliarden Euro. Hält die Unterstützung bei 69,20 Euro am Montag nicht, droht ein Abrutschen Richtung 60-Euro-Marke. Der offizielle Halbjahresbericht am 24. Juli 2026 dürfte dann zeigen, wie tief die operative Schwäche tatsächlich sitzt.

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