Solide Absatzzahlen und ein boomendes Elektrogeschäft reichen derzeit nicht aus, um die Stimmung bei Volkswagen zu drehen. Während der Konzern operativ liefert, lähmt die Angst vor einer neuen Eskalation im transatlantischen Handelsstreit die Kursentwicklung. Anleger ignorieren die positiven Signale aus dem Europageschäft und blicken besorgt auf die drohenden Szenarien in den USA und China.
Das sind die wichtigsten Fakten:
* Elektro-Boom: Die BEV-Auslieferungen stiegen um 32 Prozent auf 983.100 Einheiten.
* US-Schwäche: Der Absatz in Nordamerika ging um 10,4 Prozent zurück.
* Abwärtstrend: Seit Jahresbeginn verlor die Aktie bereits 7,92 Prozent an Wert.
Operative Stärke trifft auf politische Hürden
Der Wolfsburger Autobauer präsentierte heute Vormittag Zahlen, die unter normalen Umständen für Erleichterung gesorgt hätten. Mit 8,98 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2025 blieb der Gesamtabsatz stabil (-0,5 Prozent). Besonders die Elektro-Strategie zahlt sich aus: In Europa legten die elektrischen Auslieferungen um beachtliche 66 Prozent zu. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am Gesamtabsatz kletterte auf rund 11 Prozent.
Doch diese operativen Lichtblicke verpuffen an der Börse weitgehend. Der Fokus der Marktteilnehmer liegt auf den geopolitischen Risiken. US-Präsident Donald Trump drohte gestern im Streit um Grönland mit neuen Importzöllen von 10 Prozent auf Waren aus acht europäischen Ländern. Für Volkswagen, das bereits mit einer schwachen Nachfrage in Übersee kämpft, ist dies ein Szenario, das jede Kaufstimmung im Keim erstickt.
Warnsignale aus dem US-Markt
Wie angespannt die Lage in den USA tatsächlich ist, verdeutlicht nicht nur der Absatzrückgang der Kernmarke von 13,6 Prozent. Auch die Konzerntochter Traton lieferte heute alarmierende Daten. Deren US-Marke International Motors verzeichnete im vierten Quartal einen Einbruch von 30 Prozent. Das Management begründet dies explizit mit der Unsicherheit durch Zölle und der Marktschwäche. Diese Warnung bestätigt die Befürchtung vieler Investoren: Die realwirtschaftlichen Folgen der protektionistischen US-Politik schlagen bereits voll auf die Bücher durch.
Erschwerend kommt die Situation in China hinzu. Im wichtigsten Einzelmarkt verzeichnete Volkswagen ein Minus von 8,0 Prozent auf 2,69 Millionen Fahrzeuge. Die doppelte Belastung aus den beiden größten Automobilmärkten der Welt wiegt schwerer als die Erfolge in Europa.
Charttechnik und Bewertung
Die Aktie notiert aktuell bei 97,88 Euro und zeigt heute mit einem leichten Plus von 0,47 Prozent eine erste Stabilisierung. Das technische Bild bleibt jedoch angeschlagen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 27,8 signalisiert zwar einen überverkauften Zustand, doch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt ist mit nur 1,31 Prozent Differenz gefährlich gering. Selbst die neue E-Auto-Kaufprämie der Bundesregierung von bis zu 6.000 Euro konnte bisher keine nachhaltige Trendwende einleiten.
Die Bewertung mit einem KGV von 9,15 erscheint optisch günstig, spiegelt aber die hohen Risiken wider. Solange die Zoll-Debatte mit den USA nicht entschärft wird und die Absatzzahlen in China und Amerika rückläufig sind, fehlt dem Titel der nötige Trigger für eine nachhaltige Erholung. Anleger gewichten die politischen Risiken derzeit höher als die fundamentale Bewertung.
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