Volkswagen Aktie: Zielbild 2030 mit Kahlschlag

VW erwägt laut Medienbericht die Streichung von bis zu 100.000 Jobs und die Schließung von vier deutschen Werken.

Auf einen Blick:
  • Verdopplung des geplanten Stellenabbaus
  • Vier deutsche Werke vor Schließung
  • IG Metall droht mit Widerstand
  • Aktie steigt trotz negativer News

Der VW-Konzern könnte seinen Stellenabbau verdoppeln. Bis zu 100.000 Jobs weltweit sollen nach Informationen des „Manager Magazins“ wegfallen — doppelt so viele wie bisher angekündigt. Vier deutsche Werke stehen demnach vor der Schließung.

Welche Standorte betroffen wären

Konkret nennt der Bericht die VW-Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie den Audi-Standort Neckarsulm. Ein verbindlicher Zeitplan fehlt — „mittelfristig“ ist die einzige Einschränkung. Die Pläne sollen Teil des neuen Zielbilds 2030 sein, das der Vorstand in dieser Woche behandelt hat. Beim Aufsichtsrat liegt nun das Wort. Er soll am 9. Juli beraten.

Bis dahin gilt: Es ist ein Medienbericht auf Basis von Insidern, keine offizielle Unternehmensankündigung.

Arbeitnehmerseite schaltet auf Konfrontation

IG Metall und Betriebsrat reagierten noch am selben Morgen. „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern“, erklärten IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo in einer gemeinsamen Stellungnahme. Angriffe auf das VW-Gesetz und die Mitbestimmung seien „unverantwortliche Drohungen“.

Das ist kein leeres Drohen. Im Aufsichtsrat stellen Arbeitnehmervertreter die Hälfte der Sitze. Zusammen mit den zwei Vertretern des Landes Niedersachsen — das 20 Prozent der Stimmrechte hält — verfügt die Arbeitnehmerseite über eine strukturelle Mehrheit. Ohne deren Zustimmung kommt kein solcher Umbau durch.

Hinzu kommt: Mit der IG Metall wurde eine Beschäftigungssicherung für deutsche Konzernstandorte bis mindestens 2030 vereinbart. Genau diese Vereinbarung steht nun im Zentrum des Konflikts.

Kurs legt trotzdem zu

Paradox, aber an der Börse verbreitet: Die VW-Vorzugsaktie stieg trotz der belastenden Schlagzeilen im schwachen Gesamtmarkt leicht auf rund 77,90 Euro. Offenbar interpretieren Anleger den verschärften Sparkurs als Signal, dass der Vorstand die strukturellen Kosten des Konzerns ernsthafter angeht als bisher.

Ob sich diese Lesart hält, wird der 9. Juli zeigen — dann entscheidet der Aufsichtsrat, ob und wie aus dem Zielbild 2030 ein Beschluss wird. Mit einer Mehrheit, die strukturell auf der Seite der Belegschaft steht, dürfte das eine harte Sitzung werden.

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