7,4 Milliarden Euro. So viel hat Volkswagen für seinen Mehrheitsanteil an Everllence bekommen, verkauft an Bain Capital. Was VW mit dem Geld macht, steht noch nicht fest. Und genau da wird es interessant.
Der Porsche-Vergleich liegt nahe
HSBC-Analyst Michael Tyndall erinnerte Anleger daran, was beim Porsche-Börsengang passierte: Volkswagen schüttete damals 50 Prozent der Erlöse als Sonderdividende aus. Dieses Szenario sei zwar diesmal nicht vorgesehen, so Tyndall, doch er wies darauf hin, dass VW seine Ausschüttungsquote grundsätzlich über die festgelegte Untergrenze von 30 Prozent des Gewinns anheben könnte, wenn der Gewinn je Aktie durch den Deal steigt.
Und da liegt ein weiterer Punkt: Die verbleibende 49-Prozent-Beteiligung an Everllence könnte in der Bilanz neu bewertet werden, was einen positiven Effekt in der Gewinn- und Verlustrechnung erzeugen würde. Kein Casheffekt, aber ein Gewinntreiber, der wiederum die Dividende nach oben ziehen kann. Tyndall formulierte es so: „Dies wäre ein nicht zahlungswirksamer Effekt, aber dennoch eine zusätzliche Steigerung des Gewinns je Aktie und damit auch der Dividende je Aktie.”
Volkswagen AG Aktie Chart
HSBC sagt Kaufen, der Kurs sagt etwas anderes
HSBC hat auf beiden Aktiengattungen eine Kaufempfehlung. Die Kursentwicklung der Vorzugsaktie erzählt zuletzt eine andere Geschichte: minus 34 Prozent seit Jahresbeginn, minus 23 Prozent allein im vergangenen Monat. Wer auf die Dividendenrendite schaut, findet bei diesen Kursniveaus natürlich attraktive Zahlen. Ob die Ausschüttung aber tatsächlich steigt, hängt davon ab, was der VW-Vorstand mit den Erlösen vorhat, und das hat er bislang offen gelassen.
Immerhin: Ein Konzern, der gleichzeitig über 100.000 Stellen abbaut und Werke schließt, der aber 7,4 Milliarden Euro frisch auf dem Konto hat, muss irgendwann eine Antwort geben. Die Frage ist nur, ob Anleger die Geduld aufbringen, bis die Antwort kommt. Die nächsten Quartalszahlen stehen Ende September an.
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