Volkswagen Aktie: Porsche-Umbau als Bewährungsprobe

Symbolbild, KI-generiert

Porsches Umbau soll die Profitabilität mittelfristig steigern, während Volkswagen weitere Wertberichtigungen bei verfehlten Zielen drohen.

Auf einen Blick:
  • Porsche senkt Gewinnschwelle unter 200.000 Fahrzeuge
  • Marge von 10 bis 15 Prozent angepeilt
  • VW verbuchte sechs Milliarden Euro Wertminderung
  • Analysten erwarten 2026 einen Nettoverlust

Der Sanierungsplan der Sportwagentochter beschäftigt Volkswagen mehr, als der Kursausschlag vermuten lässt. Porsche-Chef Michael Leiters stellte am Mittwoch in Weissach seine Strategie „Sportwagenschmiede ’35“ vor. Für den Mutterkonzern geht es dabei auch um Bilanzrisiken.

Marge statt Masse

Leiters will Porsche unabhängiger von hohen Stückzahlen machen. Die Gewinnschwelle soll auf unter 200.000 Fahrzeuge sinken, 2025 lieferte Porsche rund 279.000 Autos aus. Der Anteil besonders teurer Modelle soll von etwa einem Drittel auf fast die Hälfte steigen, darunter ein SUV oberhalb des Cayenne und ein Supersportwagen über dem 911er.

Mittelfristig, also um 2030 oder 2031, peilt Porsche eine operative Marge von 10 bis 15 Prozent an. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 7,8 Prozent. Der Umsatz soll auf 41 bis 45 Milliarden Euro wachsen.

Dafür muss Porsche kräftig sparen. Die Belegschaft soll mittelfristig um 25 Prozent schrumpfen, die Zahl der Managementstellen um 40 Prozent. Entwicklungskosten sollen um bis zu 20 Prozent sinken.

Kurzfristig wird es allerdings härter. Finanzchef Jochen Breckner erwartet für 2027 schwächere Absatz- und Margenwerte als 2026, erst ab 2028 soll Besserung einsetzen. Die Ausschüttungsquote soll bei mindestens der Hälfte des Nettogewinns liegen.

Was das für Volkswagen bedeutet

VW hält rund 75 Prozent an Porsche und konsolidiert die Tochter voll. Jede Margenverbesserung schlägt damit auf den Konzern durch, und rund drei Viertel der Porsche-Dividende fließen nach Wolfsburg.

Zugleich lauert ein Risiko. Im September hatte VW wegen einer nicht zahlungswirksamen Goodwill-Wertminderung von sechs Milliarden Euro im Zusammenhang mit Porsche die Prognose für die operative Marge 2026 gesenkt, die Obergrenze fiel auf nur noch 1 Prozent.

Die Bewertungsannahmen orientieren sich am Mittelfristkorridor von 10 bis 15 Prozent. Verfehlt Porsche diese Ziele, drohen weitere Wertberichtigungen. Die bereits verbuchte Abschreibung macht ein Erfolg des Plans nicht rückgängig.

Kurs mit Rückenwind aus Brüssel

Die VW-Vorzüge legten am Mittwoch zeitweise gut 2 Prozent auf rund 70 Euro zu, obwohl der DAX zwischenzeitlich mehr als 1,5 Prozent verlor. Neben dem Porsche-Plan stützten Gerüchte über mögliche EU-Importbeschränkungen für chinesische Hybridfahrzeuge und über eine weitere Lockerung der Emissionsziele.

Charttechnisch bleibt das Bild fragil: Die Aktie ist von der Bodenbildung im Bereich von 70 bis 72 Euro auf ein neues Mehrjahrestief gerutscht und hat seit Jahresbeginn rund ein Drittel eingebüßt.

Für 2026 erwarten Analysten einen Nettoverlust von etwa 1,7 Milliarden Euro. Gelingt 2027 die Rückkehr in die Gewinnzone, läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 3,8 und damit unter dem Fünfjahresschnitt von 5,1. Die Kursziele reichen von 73 bis 120 Euro, das Analystenbild ist also weit gespreizt. Zunächst gilt es für VW, die Rückkehr in die Gewinnzone 2027 zu schaffen.

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