Der „Münchner Merkur” findet klare Worte, und die sitzen. Nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen schreibt das Blatt von einem „perfekten Sturm” über Wolfsburg, und wer sich die Kursentwicklung der VW-Aktie in diesem Jahr ansieht, der weiß: Das ist keine Übertreibung. Mehr als 33 Prozent hat die Vorzugsaktie seit Januar verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen rauschte sie um gut 21 Prozent nach unten.
Drei Probleme, ein Konzern
Der Kommentar benennt drei Kräfte, die gleichzeitig auf Volkswagen einwirken: Managementfehler, nationale Standortnachteile und die unfairen Praktiken des chinesischen Wettbewerbs. Jedes dieser Probleme wäre für sich genommen schon unangenehm. Zusammen ergeben sie das, was der Merkur einen perfekten Sturm nennt.
Was dabei besonders schmerzt: Ausgerechnet im Aufsichtsrat, also dort, wo Korrekturen beschlossen werden müssten, klemmt es. SPD und Grüne blockieren laut dem Kommentar nötige Anpassungsmaßnahmen, aus Angst vor den eigenen Wählern.
Der Staat als schlechter Unternehmer
Das Fazit des Merkur ist demnach eindeutig: „Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Erst recht ist er nicht dazu da, dauerhaft mehr an die Arbeitnehmer zu verteilen, als ein Unternehmen am Markt erwirtschaften kann.”
Wer die Suchanfragen der letzten Tage rund um die VW-Vorzugsaktie verfolgt, sieht vor allem eines: Anleger fragen nach Dividende, Kursziel, Prognose. Die Antwort auf alle drei Fragen hängt davon ab, ob Wolfsburg diesen Sturm überhaupt noch navigieren kann. Und das ist gerade alles andere als ausgemacht.
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