Volkswagen-Aktie: Nur noch Hiobsbotschaften!

Die Volkswagen-Aktie befindet sich im freien Fall und verliert am Mittwochmorgen weitere 1,5%. Warum finden die Wolfsburger keinen Halt mehr an der Börse?

Auf einen Blick:
  • 5 Mrd. USD Investition in Software-JV mit Rivian
  • EU verhängt Strafzölle auf chinesische Elektroautos
  • Banken senken den Daumen für VW-Aktie

Die Volkswagen-Aktie befindet sich im freien Fall. Nachdem sie am gestrigen Dienstag unter die Marke von 80 Euro gerutscht ist, geht es auch am Mittwochmorgen um 1,5 Prozent weiter nach unten. Warum finden die Wolfsburger keinen Halt mehr an der Börse?

Strategische Kehrtwende bei Software und neue Strafzölle

Volkswagen produziert dieser Tage Hiobsbotschaften am laufenden Band. Der deutsche Autokonzern vollzieht in Sachen Software eine historische Kehrtwende und wirft bei seiner chronisch kriselnden Software-Tochter Cariad faktisch das Handtuch.

VW investiert bis zu 5 Milliarden US-Dollar in ein neues, gemeinsames Joint Venture mit dem US-Elektroauto-Startup Rivian. Die Wolfsburger kaufen sich damit die dringend benötigte Software-Architektur und Steuerungstechnologie für seine nächste Fahrzeuggeneration ein.

Obwohl das Software-Problem damit technologisch gelöst sein könnte, ist der Preis für die Aktionäre extrem hoch. 5 Milliarden Dollar fließen mitten in einer schweren Absatzkrise aus dem Konzern ab – und das an ein US-Startup, das selbst noch tief in den roten Zahlen steckt und ums Überleben kämpft. Anleger sehen darin das ultimative Eingeständnis, dass VW Milliarden an Cariad-Entwicklungskosten komplett in den Sand gesetzt hat.

Zusätzlich zu dem teuren US-Deal wird die Aktie heute von einer Hiobsbotschaft aus Brüssel und Peking überrollt. Die EU-Kommission hat am Vormittag die finalen Sätze für die Strafzölle auf in China produzierte Elektroautos verkündet, die ab Juli greifen.

Da die Verhandlungen zwischen der EU und China am Wochenende gescheitert sind, droht nun der befürchtete Handelskrieg. China hat heute Morgen bereits mit drastischen Vergeltungszöllen auf europäische Verbrenner mit großen Motoren (über 2,5 Liter Hubraum) reagiert.

Banken senken den Daumen

Da Volkswagen in den letzten Monaten ohnehin mit schwachen Margen im Kerngeschäft und hohen Restrukturierungskosten für den geplanten Stellenabbau zu kämpfen hatte, haben heute Morgen mehrere Großbanken (darunter die UBS und Deutsche Bank) ihre Daumen über der Aktie gesenkt.

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