Volkswagen treibt den Umbau seines Indien-Geschäfts voran. Skoda-Chef Klaus Zellmer bestätigte am Mittwoch fortgeschrittene Verhandlungen über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der indischen Konzerntochter Skoda Auto Volkswagen India an einen lokalen Partner. Ein Memorandum of Understanding soll nach seinen Angaben innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden.
Die Meldung passt zu einem Konzern, der derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig Strukturen verschlankt. Konzernchef Oliver Blume hatte am Donnerstag vergangener Woche auf einer internen Betriebsversammlung die Ausweitung der bestehenden Sparprogramme angekündigt, um steigenden Wettbewerbsdruck und schwächere Nachfrage im Volumensegment abzufedern.
Ein Teilverkauf der indischen Sparte würde in dieses Bild passen: Statt selbst in einem hart umkämpften Wachstumsmarkt zu investieren, sucht Volkswagen offenbar einen Partner, der Kapital und lokale Marktkenntnis mitbringt.
Digitaler Schlüssel als zweites Zukunftsthema
Neben dem Indien-Geschäft meldete Volkswagen am Dienstag eine technologische Partnerschaft mit Samsung Electronics. Der „Digital Key“ soll künftig in die Samsung Wallet integriert werden und schlüssellosen Zugang zu Elektromodellen des Konzerns ermöglichen.
Die Ankündigung zeigt, dass Volkswagen parallel zum Sparkurs an Digitalisierung und Vernetzung seiner Fahrzeuge festhält – ein Feld, auf dem sich der Konzern gegenüber chinesischen und amerikanischen Wettbewerbern behaupten muss.
Kurs erholt sich leicht vom Tief
An der Börse kommt die Nachrichtenlage bislang verhalten positiv an. Die Vorzugsaktie notiert bei 74,10 Euro und damit rund 1,2 Prozent höher als am Vortag. Vom 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro, das erst Anfang Juli erreicht wurde, hat sich das Papier damit wieder etwas entfernt.
Für nachhaltige Erleichterung reicht die Bewegung freilich nicht: Der Kurs bleibt weit unter dem Niveau vom Dezember-Hoch, und das Gesamtbild der vergangenen zwölf Monate ist von deutlichen Verlusten geprägt.
Analysten bleiben uneinig über die Bewertung
Die Meinungen unter Analysten gehen auseinander. RBC Capital Markets senkte am 14. August das Kursziel für die Vorzugsaktie leicht von 121 auf 120 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Outperform“ – Analyst Tom Narayan verweist dabei auf die Profitabilität der E-Auto-Sparte trotz des schwierigen Marktumfelds in China.
UBS-Analyst Patrick Hummel positionierte sich am 12. August deutlich vorsichtiger und beließ seine Einschätzung bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 80 Euro. Die Spanne zwischen beiden Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich der laufende Umbau bewertet wird: Während die einen auf die Ertragskraft der E-Sparte setzen, bleiben andere angesichts des chinesischen Preiskampfs skeptisch.
Für Anleger bündeln sich damit mehrere Fäden zu einem Bild: Ein Konzern, der im Heimatmarkt und in Europa spart, in Indien möglicherweise Kapital freisetzt und zugleich in digitale Zukunftstechnologien investiert. Ob der geplante Teilverkauf in Indien tatsächlich zum Memorandum of Understanding führt, dürfte in den kommenden Wochen ein wichtiger Prüfstein für die Umbaustrategie unter Blume werden.
Volkswagen (Vz.)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen (Vz.)-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen (Vz.)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen (Vz.)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen (Vz.): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
