Volkswagen Aktie: Konzerngewinn um 44 Prozent eingebrochen

Volkswagen kämpft mit Gewinneinbruch und Werksschließungen, während die Kernmarke ihre Elektrostrategie mit günstigen Modellen forciert.

Auf einen Blick:
  • Porsche-Beteiligung belastet Konzernbilanz
  • Bis zu 100.000 Stellen weltweit gefährdet
  • Neue Einstiegsmodelle trotz Absatzflaute
  • VW-Aktie nahe am 52-Wochen-Tief

Volkswagen steckt zwischen zwei Baustellen: Die margenschwache Kernmarke schiebt eine breite Elektro-Offensive an, während die Beteiligung an Porsche das Konzernergebnis nach unten zieht. Ein Sparprogramm mit weltweit bis zu 100.000 zur Disposition stehenden Stellen begleitet den Umbau.

Porsche reißt das Konzernergebnis nach unten

Porsche SE hält 53,3 Prozent der VW-Stammaktien und kontrolliert damit den Konzern, wirtschaftlich entspricht das einem Eigenkapitalanteil von 31,9 Prozent. Genau diese Beteiligung wurde 2025 zur Belastung: Der operative Gewinn der Porsche AG brach auf 90 Millionen Euro ein, nach 5,3 Milliarden Euro im Jahr davor. Die Auslieferungen in China sanken um 26 Prozent, hinzu kamen Sonderkosten von 2,4 Milliarden Euro für den Strategiewechsel und weitere 700 Millionen Euro für die Abwicklung einer Batteriefabrik.

Der VW-Konzern selbst verbuchte 2025 ein um 44 Prozent gesunkenes Ergebnis von 6,9 Milliarden Euro, nach 12,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Im zweiten Quartal 2026 setzte sich der Gewinneinbruch fort, gleichzeitig stehen im Konzern vier Werke auf dem Prüfstand. Porsche selbst flog im vergangenen September aus dem DAX. An der VW-Führung hängt zudem die Kapitalstruktur: Katar hält zehn Prozent der Aktien und 17 Prozent der Stimmrechte, das Land Niedersachsen kommt auf 20 Prozent der Stimmrechte.

Sparprogramm trifft Werke und Zulieferer

Der Konzern reagiert mit einem harten Sparkurs. Bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen wegfallen, davon 35.000 bei der Kernmarke VW und 3.900 bei Porsche. Insgesamt stehen laut dem laufenden Sparprogramm sogar bis zu 100.000 Arbeitsplätze weltweit zur Disposition – bei aktuell 657.000 Beschäftigten im Konzern. Betroffen sind unter anderem die Werke Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm.

Der Abbau strahlt bis in die Zulieferkette aus. Die Spedition Weets in Emden mit 560 Mitarbeitern transportiert seit Jahrzehnten Teile für das dortige VW-Werk, das die Modelle ID.4 und ID.7 produziert – auch die Spedition L.I.T. in Brake ist betroffen. Parallel zum Stellenabbau baut Volkswagen seine Führungsspitze um: Die Vertriebsvorstände bei Audi, VW und Porsche werden neu besetzt, ein Audi-Vorstandsmitglied soll künftig als Nordamerikachef fungieren.

Elektro-Offensive trotz schwacher Absatzzahlen

Bei den E-Auto-Verkäufen bleibt die Kernmarke hinter den eigenen Erwartungen zurück. 2025 setzte sie 382.000 Elektroautos ab, ein Minus von 0,2 Prozent, der Gesamtkonzern kam auf 983.000 Einheiten. Im ersten Halbjahr 2026 fiel der Absatz der Kernmarke mit 438.500 E-Autos um 5,8 Prozent. In China erreichte das Gemeinschaftsunternehmen zu Jahresbeginn einen Marktanteil von 13,9 Prozent.

Gegen den Trend setzt Volkswagen auf neue, günstigere Modelle. Der ID. Polo startete Anfang 2026 zu einem Preis unter 25.000 Euro. Ab 2027 soll der ID. Every1 für rund 20.000 Euro folgen, ausgestattet mit einer von Rivian mitentwickelten zonalen Elektronik-Architektur, einer LFP-Batterie mit 95 PS und einer Reichweite von 250 bis 300 Kilometern. Gefertigt wird das Modell im portugiesischen Palmela, wo eine Investition von 270 Millionen Euro fließt – die Produktion pausiert dort in der laufenden Woche vom 17. bis 23. August. Ergänzt wird die Palette künftig durch den Audi A2 E-Tron mit rund 500 Kilometern WLTP-Reichweite, der Ende 2026 oder Anfang 2027 zu einem Preis von etwa 38.000 Euro an den Start gehen soll.

Aktie nahe am Jahrestief

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage im Kursverlauf. Die VW-Vorzugsaktie notiert aktuell bei 76,00 Euro und gibt am heutigen Donnerstag um 0,29 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von 27,03 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, das erst Anfang Juli markiert wurde, beträgt der Abstand knapp zehn Prozent – die Aktie bewegt sich damit weiterhin in der Nähe ihrer Jahrestiefstände, während Sparprogramm und Modelloffensive parallel laufen.

Volkswagen (Vz.)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen (Vz.)-Analyse vom 06. August liefert die Antwort:

Die neusten Volkswagen (Vz.)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen (Vz.)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Volkswagen (Vz.): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)