Volkswagen elektrisiert eine Ikone. Mit dem ID. Polo GTI bringt der Konzern sein bekanntestes Sport-Label erstmals als reines Elektroauto auf die Strecke. Es ist der Versuch, mit Emotionen gegen den wachsenden Druck aus China zu punkten.
Der neue Stromer leistet 166 kW oder umgerechnet 222 PS. Ein Frontmotor beschleunigt den Kleinwagen in 6,8 Sekunden auf Tempo 100. Die Energie liefert eine Batterie mit 52 Kilowattstunden Kapazität. Das reicht für bis zu 424 Kilometer Reichweite. Optisch bleibt VW der Linie treu: Rote Zierstreifen und 19-Zoll-Felgen markieren den sportlichen Anspruch. Der Preis startet knapp unter 39.000 Euro.
Globale Expansion und lokaler Druck
In den USA verfolgt Volkswagen parallel eine andere Strategie. Dort soll die Marke Scout Motors mit elektrischen SUVs und Pickups neue Käufer gewinnen. Das Management setzt dabei auch auf Range-Extender für mehr Reichweite.
In Brasilien weht der Wind derweil rauer. Chinesische Konkurrenten wie BYD drängen mit Macht in den Markt. Volkswagen verzichtet dort auf Rabattkämpfe. Stattdessen investiert das Unternehmen in Hybrid-Modelle und modernere Werke.
Dividende trotz Kursflaute
An der Börse spiegelt sich die Zuversicht bisher kaum wider. Die Aktie notiert aktuell bei 88,18 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier fast 17 Prozent an Wert. Zuletzt belastete ein deutlicher Gewinneinbruch im ersten Quartal die Stimmung.
Das Ergebnis je Aktie sank im Vergleich zum Vorjahr auf 2,61 Euro. Dennoch plant der Vorstand eine stabile Ausschüttung. Zur Hauptversammlung im Juni steht eine Dividende von 5,26 Euro je Vorzugsaktie zur Abstimmung. Das entspricht einer Rendite von über sechs Prozent.
Analysten sehen im Schnitt Potenzial bis 116,55 Euro. Sie loben die Schärfung des Markenprofils durch den neuen GTI. Hohe Kosten für den Umbau der europäischen Werke belasten die Profitabilität jedoch weiterhin. Am 10. Juni folgt mit der Hauptversammlung der nächste wichtige Termin für Aktionäre.
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