Ein Haftbefehl im VW-Dieselbetrugsprozess hat am Freitag die Volkswagen-Aktie belastet. Laut dpa-AFX war die Nachricht über einen der drei Angeklagten der konkrete Auslöser für den Kursdruck. Die Aktie verlor am letzten Handelstag 2,5%.
Das Landgericht Braunschweig nahm den angeklagten ehemaligen VW-Manager nach dem zweiten Verhandlungstag in Haft. Der Angeklagte legte gegen die Entscheidung Beschwerde ein, berichtete die Tagesschau.
Zusätzlich belastete ein schwaches Börsenumfeld den deutschen Aktienmarkt. Nach Angaben der Tagesschau lösten Sorgen um KI- und Halbleiterwerte weltweit Verkäufe aus; der DAX fiel nach Handelsbeginn knapp zwei Prozent.
Analysten bewerten den Umbau
Bernstein Research nahm Volkswagen am Donnerstag mit der Einstufung „Market-Perform“ und einem Kursziel von 80 Euro wieder in die Bewertung auf. Analyst Harry Martin verwies auf die umfangreiche Restrukturierung sowie bedeutende Investitionen in Produkte und lokale Fertigung.
Deutsche Bank Research hatte am 2. November das Kursziel von 105 auf 100 Euro gesenkt und die Kaufempfehlung bestätigt. Anlass waren unter anderem Gespräche mit Finanzchef Arno Antlitz über Restrukturierung, Kostensenkungen in Deutschland und die angespannte Lage in China.
Einschnitte bei Elli und Arbeitskosten
Am Dienstag wurde die Neuausrichtung der Volkswagen-Tochter Elli bekannt. Medienberichten zufolge zieht sie sich aus Ladehardware zurück, darunter Wallboxen und Ladeinfrastruktur für Unternehmen. Die Neuaufstellung betrifft rund 400 Beschäftigte; die Zahl möglicher Stellenverluste ließ Elli offen.
Volkswagen und IG Metall haben den Beginn der Tarifverhandlungen für den 24.11.2026 in Emden vereinbart. Volkswagen nennt die Senkung der Arbeitskosten als Ziel. Verhandelt werden sollen auch mögliche zusätzliche Personalmaßnahmen, darunter Transfergesellschaften. Die Fortsetzung der Gespräche ist für den 15.12.2026 in Zwickau vereinbart.
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